Indische Rupie legt weiter zu, da die Ölpreise deutlich nachgeben

  • Die indische Rupie baut ihre Gewinne gegenüber dem US-Dollar aus, während die Ölpreise deutlich nachgeben.
  • Die USA signalisieren, dass sie eine diplomatische Lösung mit dem Iran einer Wiederaufnahme militärischer Maßnahmen vorziehen.
  • Anleger richten ihren Fokus auf die US-Zwischenwahlen.

Die indische Rupie (INR) setzt am Montag ihre Gewinne vom vorherigen Handelstag gegenüber dem US-Dollar (USD) fort, gestützt durch eine deutliche Korrektur der Ölpreise. Zum Handelsauftakt fällt das Währungspaar USD/INR um 0,23 % auf rund 94,72.

Zu Wochenbeginn verzeichnet der am 19. November auslaufende MCX-Rohölkontrakt einen deutlichen Rückgang um fast 4 % auf rund 9.545 Rupien. Damit hat der Ölpreis von seinem am Freitag erreichten Mehrmonatshoch von 9.972 Rupien korrigiert.

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Eine Korrektur der Ölpreise kommt den Währungen von Volkswirtschaften wie Indien zugute, die zur Deckung ihres Energiebedarfs stark auf Ölimporte angewiesen sind.

Was hat die deutliche Korrektur der Ölpreise ausgelöst?

Die Ölpreise eröffnen deutlich schwächer, da erneut Hoffnung auf eine diplomatische Lösung zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran aufkommt.

Am Wochenende erklärte US-Außenminister Marco Rubio, Washington habe keine Entscheidung über erneute Angriffe auf Teheran getroffen, und Präsident Donald Trump bevorzuge eine diplomatische Lösung. Rubio warnte jedoch, die USA verfügten weiterhin über die Fähigkeiten, jedes militärische Ziel zu erreichen, für das sich Trump entscheide.

Das Signal der USA, zu einer friedlichen Lösung bereit zu sein, statt wie zuvor angekündigt nach den Zwischenwahlen gemeinsam mit Israel militärisch vorzugehen, hat die Befürchtungen über anhaltende Risiken für die Energieversorgung gemildert.

Unterdessen haben auch Äußerungen des Iran, die Straße von Hormus wieder öffnen zu können, die Sorgen über Risiken für die Energieversorgung verringert. Durch diese wichtige Meerenge werden fast 20 % der weltweiten Energieversorgung transportiert.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, es liefen Gespräche mit katarischen Vermittlern über einen Plan zur Wiederöffnung der Straße von Hormus innerhalb von zwei Tagen, sofern die USA kooperierten, berichtete Al Jazeera.

US-Zwischenwahlen – wichtiger Impulsgeber für den US-Dollar

In dieser Woche werden die US-Zwischenwahlen am Dienstag der wichtigste Impulsgeber für den US-Dollar und auch für die globalen Märkte sein.

Die Analysten von ING sehen in den politischen Risiken rund um die bevorstehenden US-Zwischenwahlen inzwischen den wichtigsten kurzfristigen Einflussfaktor für den Dollar. Sie betonen: „Das Hauptrisiko für den Dollar besteht heute darin, dass Netto-Long-Positionen im Vorfeld der US-Zwischenwahlen am Dienstag vorsorglich teilweise abgebaut werden.“ Die Positionierung sei anfällig für eine Veränderung der politischen Kräfteverhältnisse.

ING merkt an, dass „die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Wahlsiegs der Demokraten an den Prognosemärkten bei rund 68 % liegt“, und warnt, dieses Ergebnis „könnte aus mehreren Gründen als leicht negativ für den US-Dollar angesehen werden: vom erhöhten Risiko eines Regierungsstillstands und einer Blockade bei den Verhandlungen über die Schuldenobergrenze bis hin zu einer möglichen Belastung der ohnehin fragilen Stimmung rund um KI“. Vor diesem Hintergrund kommt die Bank zu dem Schluss, dass Anleger den Greenback auf sehr kurze Sicht nicht zu optimistisch beurteilen sollten, und erklärt: „Wir wären vorsichtig damit, in den nächsten Tagen auf weitere Kursgewinne des USD zu setzen.“

Technische Analyse zu USD/INR

USD/INR fällt am Montag auf rund 94,70. Das Währungspaar zeigt kurzfristig eine bärische Tendenz, da der Kassakurs unter dem exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 95,23 bleibt.

Dieser kurzfristige EMA übt weiterhin Druck auf das Währungspaar aus und fungiert als unmittelbarer Widerstand. Gleichzeitig deutet der Relative-Stärke-Index (14) bei rund 40 auf eine verhaltene Dynamik hin, ohne einen extrem überverkauften Bereich zu erreichen. Dies signalisiert weiteres Abwärtsrisiko.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Tage-EMA bei rund 95,23. Dieser müsste klar überwunden werden, um die derzeitige bärische Tendenz abzuschwächen und den Weg für eine breitere Erholung zu ebnen. Auf der Unterseite dürfte das Septembertief bei 94,28 als wichtige Nachfragezone für das Währungspaar fungieren.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zur indischen Rupie

Die indische Rupie (INR) gehört zu den Währungen, die besonders empfindlich auf externe Faktoren reagieren. Zu den Einflussfaktoren zählen der Rohölpreis, da das Land stark auf Ölimporte angewiesen ist, der Wert des US-Dollars – der Großteil des Handels wird in USD abgewickelt – sowie der Umfang ausländischer Investitionen. Direkte Eingriffe der Reserve Bank of India (RBI) am Devisenmarkt zur Stabilisierung des Wechselkurses sowie die Höhe der von der RBI festgelegten Zinssätze sind weitere wichtige Einflussfaktoren für die Rupie.

Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv an den Devisenmärkten ein, um einen stabilen Wechselkurs zu gewährleisten und damit den Handel zu erleichtern. Darüber hinaus versucht die RBI, die Inflationsrate durch Zinsanpassungen auf ihrem Zielwert von 4 % zu halten. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Rupie. Dies liegt an der Rolle des sogenannten Carry-Trades: Dabei nehmen Anleger in Ländern mit niedrigeren Zinssätzen Kredite auf, um ihr Geld in Ländern mit vergleichsweise höheren Zinssätzen anzulegen und von der Zinsdifferenz zu profitieren.

Zu den makroökonomischen Faktoren, die den Wert der Rupie beeinflussen, zählen die Inflation, die Zinssätze, die Wachstumsrate der Wirtschaft (BIP), die Handelsbilanz und Zuflüsse aus ausländischen Investitionen. Eine höhere Wachstumsrate kann zu mehr Investitionen aus dem Ausland führen und so die Nachfrage nach der Rupie erhöhen. Ein geringeres Handelsbilanzdefizit führt letztlich zu einer stärkeren Rupie. Höhere Zinssätze, insbesondere höhere Realzinsen (Zinssätze abzüglich der Inflation), wirken sich ebenfalls positiv auf die Rupie aus. Ein Umfeld mit höherer Risikobereitschaft kann zu stärkeren Zuflüssen aus ausländischen Direktinvestitionen und indirekten Investitionen (FDI und FII) führen, die der Rupie ebenfalls zugutekommen.

Eine höhere Inflation, insbesondere wenn sie über der in vergleichbaren Volkswirtschaften liegt, wirkt sich im Allgemeinen negativ auf die Währung aus, da sie eine durch ein Überangebot bedingte Geldentwertung widerspiegelt. Inflation erhöht auch die Kosten der Exporte und führt dazu, dass mehr Rupien verkauft werden, um Importe aus dem Ausland zu bezahlen. Dies belastet die Rupie. Gleichzeitig veranlasst eine höhere Inflation die Reserve Bank of India (RBI) in der Regel zu Zinserhöhungen. Aufgrund der dadurch steigenden Nachfrage internationaler Anleger kann dies die Rupie stützen. Bei einer niedrigeren Inflation gilt der umgekehrte Effekt.