USD/CHF-Kursprognose: Zweimonatstief gefährdet bullische Kursstruktur

  • USD/CHF erholt sich von 0,8127 und erobert den 100-Tage-SMA bei 0,8159 zurück.
  • Der bärische RSI steht im Gegensatz zur weiterhin intakten Marktstruktur mit höheren Hochs und höheren Tiefs.
  • Ein Durchbruch unter 0,8127 rückt 0,8100 und den 200-Tage-SMA bei 0,8000 ins Visier.

USD/CHF weitete seine Verluste während des nordamerikanischen Handels aus und erreichte im bisherigen Tagesverlauf ein Zweimonatstief bei 0,8127, da Händler den US-Dollar zugunsten anderer sicherer Häfen wie des Schweizer Frankens oder des japanischen Yen abstießen. Das Währungspaar notiert damit 0,45 % niedriger bei 0,8172.

TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights

USD/CHF-Kursprognose: Technischer Ausblick

Obwohl eine bisherige Unterstützungstrendlinie durchbrochen wurde, bleibt die Marktstruktur neutral mit bullischer Tendenz. USD/CHF fiel am vergangenen Montag unter den einfachen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt (SMA) bei 0,8227 und konsolidiert seither zwischen diesem Niveau und dem 100-Tage-SMA bei 0,8159.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ins bärische Terrain gedreht, doch die Marktstruktur von USD/CHF mit aufeinanderfolgenden höheren Hochs und höheren Tiefs bleibt intakt.

Für eine bullische Erholung müssen die Käufer USD/CHF über den 50-Tage-SMA bei 0,8227 treiben. In diesem Fall wäre eine Rückkehr zum Zwischenhoch vom 28. Oktober bei 0,8313 möglich. Wird dieses überwunden, liegt das nächste Ziel beim Hoch vom 14. Oktober bei 0,8395, unmittelbar gefolgt von 0,8400.

Auf der Unterseite müssen die Bären USD/CHF unter das Tagestief von 0,8127 drücken. Anschließend würden die Verkäufer einen Rückgang unter 0,8100 anstreben, bevor der 200-Tage-SMA bei 0,8000 in den Fokus rückt.

USD/CHF-Kurschart – Tagesbasis

USD/CHF-Tageschart

Häufig gestellte Fragen zum Schweizer Franken

Der Schweizer Franken (CHF) ist die offizielle Währung der Schweiz. Er gehört zu den zehn meistgehandelten Währungen weltweit, wobei das Handelsvolumen die Wirtschaftsleistung der Schweiz bei Weitem übersteigt. Sein Wert wird unter anderem von der allgemeinen Marktstimmung, der wirtschaftlichen Lage des Landes und den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmt. Zwischen 2011 und 2015 war der Schweizer Franken an den Euro (EUR) gekoppelt. Diese Bindung wurde abrupt aufgehoben, woraufhin der Franken um mehr als 20 % aufwertete und es zu Turbulenzen an den Märkten kam. Auch wenn die Bindung nicht mehr besteht, ist die Entwicklung des CHF aufgrund der starken Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft vom benachbarten Euroraum in der Regel eng mit der Entwicklung des Euro verknüpft.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt als sicherer Hafen, also als eine Währung, die Anleger in Zeiten angespannter Märkte bevorzugt kaufen. Dies liegt am internationalen Ansehen der Schweiz: Eine stabile Wirtschaft, ein starker Exportsektor, hohe Währungsreserven der Zentralbank und eine langjährige Politik der Neutralität in globalen Konflikten machen die Landeswährung zu einer guten Wahl für Anleger, die Risiken meiden wollen. In turbulenten Zeiten dürfte der CHF gegenüber anderen Währungen aufwerten, deren Anlage als risikoreicher gilt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) trifft sich viermal im Jahr – einmal pro Quartal und damit seltener als andere große Zentralbanken –, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Sie strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an. Liegt die Inflation über diesem Ziel oder wird dies für die absehbare Zukunft erwartet, versucht die SNB, den Preisanstieg durch eine Anhebung ihres Leitzinses einzudämmen. Höhere Zinsen wirken sich im Allgemeinen positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land dadurch für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen hingegen schwächen den CHF tendenziell.

Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten aus der Schweiz ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Schweizer Frankens (CHF) beeinflussen. Die Schweizer Wirtschaft ist insgesamt stabil. Plötzliche Veränderungen beim Wirtschaftswachstum, der Inflation, der Leistungsbilanz oder den Währungsreserven der Zentralbank können jedoch Kursbewegungen beim CHF auslösen. Generell sind ein hohes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und großes Vertrauen positiv für den CHF. Deuten die Wirtschaftsdaten hingegen auf eine nachlassende Dynamik hin, dürfte der CHF abwerten.

Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Verfassung der benachbarten Länder des Euroraums abhängig. Die Europäische Union als Ganzes ist der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz und ein bedeutender politischer Verbündeter. Daher ist die makroökonomische und geldpolitische Stabilität im Euroraum für die Schweiz und damit auch für den Schweizer Franken (CHF) von entscheidender Bedeutung. Angesichts dieser Abhängigkeit legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der Entwicklung des Euro (EUR) und jener des CHF mehr als 90 % beträgt und somit nahezu perfekt ist.