
Bitcoin (BTC) kletterte am Mittwoch über 81.000 US-Dollar, während die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen mit 10 zu 2 Stimmen unverändert bei 3,75 % bis 4,00 % beließ. Die Entscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, als die realisierte Volatilität der führenden Kryptowährung auf ein Niveau sank, das zuletzt im Sommer 2023 verzeichnet worden war.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht stellte Glassnode fest, dass die realisierte Einmonatsvolatilität von Bitcoin auf rund 25 % gesunken sei und damit unter der üblichen Bandbreite des vergangenen Jahres liege. Seit 2015 verzeichnete Bitcoin nur an etwa 5 % der Tage eine niedrigere Volatilität.
Glassnode wies darauf hin, dass auf die beiden vorherigen Volatilitätstiefs starke Kursbewegungen folgten. Im August 2023 sank die Volatilität auf 18 %, bevor Bitcoin deutlich nachgab. Ein Rückgang der Volatilität auf 22 % im August 2026 ging dagegen einer Aufwärtsbewegung voraus.

Vor der Bekanntgabe der Fed-Entscheidung warnte Glassnode, dass Bitcoin bei anhaltend niedriger Volatilität nach dem geldpolitischen Beschluss anfällig für eine deutliche Kursbewegung sein könnte.
Die rückläufige Volatilität geht mit geringeren realisierten Verlusten einher. Bei den jüngsten Marktrücksetzern realisierten Anleger kleinere Verluste. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck durch Halter mit Verlustpositionen im Vergleich zu früheren Marktabschwüngen erheblich nachgelassen hat.
Laut Glassnode erreichten die täglich realisierten Nettoverluste beim August-Tief rund 630 Millionen US-Dollar. Während des Bitcoin-Kursrückgangs am 24. Oktober belief sich der höchste tägliche Nettoverlust auf 27 Millionen US-Dollar.
Unterdessen identifizierte Glassnode den Bereich von 78.000 bis 79.000 als nächste wichtige Unterstützungszone für Bitcoin, nachdem die Kauforders bei 80.000 US-Dollar im Spot-Orderbuch von Binance nach dem Ausverkauf am 24. Oktober nicht zurückgekehrt waren.
Bei 80.000 US-Dollar verblieben lediglich Kauforders im Wert von 3,4 Millionen US-Dollar. Zwischen 78.000 und 79.000 US-Dollar beliefen sich die Kauforders dagegen auf insgesamt rund 42 Millionen US-Dollar, nach 24 Millionen US-Dollar Mitte Oktober.
Der Bericht stellte zudem fest, dass kurzfristige Halter (STH) Bitcoin bei rund 77.000 US-Dollar akkumuliert haben. Damit bildet dieses Niveau eine weitere potenzielle Unterstützung, falls die Kurse weiter fallen. Eine weitere Häufung von Coins, die bei rund 64.000 US-Dollar erworben wurden, spiegelt Käufe nahe den Tiefständen von 2026 wider.
Der spekulative Handel verlagert sich auch auf Märkte außerhalb des Kryptosektors: Aktien- und Rohstoff-Perpetual-Futures auf Hyperliquid verzeichnen höhere tägliche Handelsvolumina als Bitcoin-Perpetual-Futures auf derselben Plattform.
Laut Glassnode erzielten die HIP-3-Märkte von Hyperliquid in der vergangenen Woche ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Diese Märkte ermöglichen es Tradern, über unbefristete Futures-Kontrakte auf Aktien, Indizes und Rohstoffe zu spekulieren. Damit übertraf das Volumen jenes der Bitcoin-Perpetual-Futures auf der Plattform, das im Tagesdurchschnitt bei rund 2,4 Milliarden US-Dollar lag.

Diese Verlagerung markiert eine Erholung der HIP-3-Handelsaktivität, nachdem die Volumina im Anschluss an einen Markt-Squeeze im August zurückgegangen waren. Zu Beginn jenes Monats war das HIP-3-Handelsvolumen mehr als dreimal so hoch wie das Volumen der Bitcoin-Perpetual-Futures, bevor es bis Ende August auf etwa die Hälfte des Bitcoin-Perpetual-Volumens sank.
Zu den am aktivsten gehandelten Einzelmärkten gehörten SK Hynix, der S&P 500, ein Technologieindex und Rohöl.
„Sollte dieses Volumen weiter wachsen, während das Volumen der Bitcoin-Perpetual-Futures stagniert, würde dies zeigen, dass spekulatives Kapital weiterhin Aktien bevorzugt“, heißt es in dem Bericht.