Kanadischer Dollar erreicht neue Monatshochs angesichts hoher Ölpreise und eines schwächeren US-Dollars

  • USD/CAD fällt unter 1,4050 auf Monatstiefs und liegt damit fast 1,8 % unter den Höchstständen der Vorwoche.
  • Der kanadische Dollar legt kräftig zu, während die Preise für Brent-Rohöl Fünfmonatshochs erreichen.
  • Der US-Dollar bleibt in der Defensive, während sich Anleger auf eine Zinspause der Fed in der kommenden Woche einstellen.

Der kanadische Dollar (CAD) baut am Dienstag seine Gewinne den vierten Tag in Folge aus. Die Ölpreise steigen auf den höchsten Stand seit Mai, während der US-Dollar (USD) angesichts schwindender Hoffnungen auf baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) unter Druck steht. Das Währungspaar USD/CAD hat seine Verluste ausgeweitet, ist unter 1,4050 gefallen und liegt damit fast 1,8 % unter den Höchstständen der Vorwoche.

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Der kräftige Anstieg der Rohölpreise hat dem kanadischen Dollar in dieser Woche zusätzlichen Rückenwind verliehen. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Sanktionen gegen Russland auszusetzen, hat an den Rohölmärkten nicht für die erhoffte Entspannung gesorgt. Zunehmende Angriffe auf Schiffe, die versuchen, die Straße von Hormus zu passieren, belasten die Lieferungen aus den Golfstaaten zusätzlich.

Iran meldet Angriffe auf zwei Schiffe in der Straße von Hormus

Die Marine der iranischen Revolutionsgarden teilte der örtlichen Nachrichtenagentur Tasnim am frühen Dienstag mit, dass zwei Tanker im Süden der Straße von Hormus durch Minen in Brand gesetzt und zum Stillstand gebracht worden seien.

Die Islamische Republik hat ihre Rhetorik gegenüber den Vereinigten Staaten und Israel zuletzt verschärft. Sie warnte die Verbündeten vor erneuten Angriffen auf den Iran und drohte mit einer vollständigen Sperrung der Straße von Hormus sowie zusätzlichen Blockaden in der Meerenge Bab al-Mandab und im Suezkanal.

Die Spannungen im Nahen Osten dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger, stützen jedoch weiterhin den kanadischen Dollar. Öl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, und die hohen Preise sorgen für einen deutlichen Anstieg der kanadischen Auslandseinnahmen.

Der US-Dollar bleibt dagegen unter Druck, da sich die Märkte darauf einstellen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen in der kommenden Woche nicht anheben wird. Laut Daten des FedWatch-Tools preisen die Terminmärkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 80 % dafür ein, dass die Fed die Zinsen auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 28. und 29. Oktober unverändert lässt. Vor einem Monat lag diese Wahrscheinlichkeit noch unter 50 %.

Häufig gestellte Fragen zum kanadischen Dollar

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) zählen das von der Bank of Canada (BoC) festgelegte Zinsniveau, der Preis für Öl als Kanadas wichtigstes Exportgut, die Verfassung der kanadischen Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und Importe. Hinzu kommt die Marktstimmung: Anleger können verstärkt in risikoreichere Anlagen investieren (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off). Eine erhöhte Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den CAD aus. Da die USA Kanadas größter Handelspartner sind, ist auch die Verfassung der US-Wirtschaft ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.

Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen können. Dies beeinflusst das allgemeine Zinsniveau. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch Zinserhöhungen oder Zinssenkungen bei 1–3 % zu halten. Ein vergleichsweise höheres Zinsniveau wirkt sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann die Kreditbedingungen auch durch quantitative Lockerung oder Straffung beeinflussen. Erstere wirkt sich negativ, Letztere positiv auf den CAD aus.

Der Ölpreis ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Wert des kanadischen Dollars. Erdöl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, weshalb sich der Ölpreis in der Regel unmittelbar auf den Wert des CAD auswirkt. Steigt der Ölpreis, legt üblicherweise auch der CAD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung zunimmt. Bei einem fallenden Ölpreis ist das Gegenteil der Fall. Höhere Ölpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines Handelsbilanzüberschusses, was den CAD ebenfalls stützt.

Traditionell galt Inflation als negativer Faktor für eine Währung, da sie die Kaufkraft des Geldes mindert. Seit der Lockerung grenzüberschreitender Kapitalverkehrskontrollen ist in der heutigen Zeit jedoch das Gegenteil zu beobachten. Eine höhere Inflation veranlasst Zentralbanken tendenziell zu Zinserhöhungen. Dies zieht mehr Kapital von internationalen Anlegern an, die nach rentablen Anlagemöglichkeiten suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Fall Kanadas also nach dem kanadischen Dollar.

Veröffentlichte makroökonomische Daten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können sich auf den kanadischen Dollar auswirken. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zur Verbraucherstimmung können die Kursrichtung des CAD beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist positiv für den kanadischen Dollar. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die Bank of Canada auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was die Währung stärkt. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der CAD nachgeben.