Japanischer Yen gibt nach: Händler warten auf geldpolitische Entscheidungen der Fed und der Bank of Japan

USD/JPY legt am Dienstag leicht zu, da die KI-bezogenen Sorgen der vergangenen Woche nachlassen. Dadurch verliert der japanische Yen (JPY) als sicherer Hafen an Attraktivität, während der US-Dollar (USD) im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch seinen Aufwärtstrend wieder aufnimmt.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert das Währungspaar bei rund 157,85, nachdem es am Freitag auf 156,08 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 18. September gefallen war. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, steigt auf ein Zweiwochenhoch bei rund 102,23. In der vergangenen Woche war er auf 101,45 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 1. Oktober gesunken.

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Die Analysten von OCBC stellen fest, dass zwar die jüngsten „KI-Bedenken nachgelassen haben“, die „Rückkehr des JPY als Instrument zur Portfolioabsicherung jedoch Aufmerksamkeit verdient“. Sie betonen, es sei „zu früh, von einem Platzen der KI-Blase zu sprechen“. Anleger würden „zunehmend höhere Umsätze und stärkere Cashflows verlangen, um höhere Investitionsausgaben zu rechtfertigen“. Allerdings wirkten die „Turbulenzen derzeit eher wie kurzfristige Unruhe als wie eine nachhaltige Trendwende“. Ihrer Ansicht nach „wirkt sich KI insgesamt weiterhin positiv auf den USD aus, ist aber kein USD-Trade mehr, der nur eine Richtung kennt“.

Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen unverändert belässt, nachdem sie diese im September um 25 Basispunkte auf 3,75 % bis 4,00 % angehoben hatte. Dies war die erste Zinserhöhung seit 2023. Die Währungshüter reagierten damit auf den Inflationsdruck, der durch höhere Ölpreise infolge des Krieges im Nahen Osten angeheizt wurde.

Da allgemein mit einer Zinspause gerechnet wird, richten sich die Blicke auf die geldpolitische Erklärung und die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Anleger erhoffen sich Hinweise auf eine Zinserhöhung im Dezember, deren Wahrscheinlichkeit Händler laut dem CME FedWatch Tool auf 80 % veranschlagen.

Die am Dienstag veröffentlichten Daten stützen den US-Dollar etwas: Die Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA stiegen im September um 1,8 % und übertrafen damit die Erwartung von 0,6 %. Ohne den Transportsektor nahmen die Aufträge jedoch um 0,5 % zu und blieben damit leicht hinter der Prognose von 0,6 % zurück. Zugleich verlangsamte sich das Wachstum der Auftragseingänge für Kerninvestitionsgüter von 1,6 % auf 0,5 %. Der von ADP ermittelte Beschäftigungszuwachs im Vierwochendurchschnitt ging unterdessen von 17.500 auf 16.800 zurück.

Auch die Bank of Japan (BoJ) dürfte die Zinsen unverändert belassen, nachdem sie diese im bisherigen Jahresverlauf um insgesamt 50 Basispunkte angehoben hat. Händler rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember.

Die Analysten von MUFG/BTMU gehen davon aus, dass der Yen „im weiteren Wochenverlauf durchaus unter Druck bleiben könnte“. Angesichts des globalen Umfelds dürften sich Anleger darauf einstellen, dass BoJ-Gouverneur Ueda am Freitag einen vorsichtigeren Ton anschlägt. Sie erwarten, dass die BoJ einräumen wird, dass „weitere Zinserhöhungen notwendig sind“. Uedas Kommunikationsstil deute jedoch darauf hin, dass er „möglicherweise kein klares Signal für einen Zinsschritt im Dezember geben wird, der weiterhin zu 80 % eingepreist ist“.

Nach Einschätzung von MUFG/BTMU „könnte diese Kombination aus vorsichtigen Signalen und bereits hohen Erwartungen dazu führen, dass USD/JPY in dieser Woche weiter nach oben korrigiert, insbesondere wenn sich die Anlegerstimmung im Hinblick auf KI stabilisiert“.

Japanischer Yen: Kursentwicklung heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des japanischen Yen (JPY) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der japanische Yen gegenüber dem Euro.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0,26 % 0,18 % 0,21 % 0,10 % -0,20 % -0,30 % 0,14 %
EUR -0,26 % -0,06 % -0,04 % -0,15 % -0,45 % -0,57 % -0,11 %
GBP -0,18 % 0,06 % 0,02 % -0,09 % -0,38 % -0,49 % -0,05 %
JPY -0,21 % 0,04 % -0,02 % -0,11 % -0,41 % -0,51 % -0,09 %
CAD -0,10 % 0,15 % 0,09 % 0,11 % -0,29 % -0,41 % 0,03 %
AUD 0,20 % 0,45 % 0,38 % 0,41 % 0,29 % -0,10 % 0,33 %
NZD 0,30 % 0,57 % 0,49 % 0,51 % 0,41 % 0,10 % 0,45 %
CHF -0,14 % 0,11 % 0,05 % 0,09 % -0,03 % -0,33 % -0,45 %

Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen zueinander. Die Basiswährung wird in der linken Spalte ausgewählt, die Notierungswährung in der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den japanischen Yen auswählen und der Zeile nach rechts bis zum US-Dollar folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von JPY (Basiswährung)/USD (Notierungswährung).