Neuseeland-Dollar gibt nach RBNZ-Zinspause seine durch Iran-Gespräche erzielten Gewinne wieder ab

  • NZD/USD gibt sämtliche durch den schwächeren US-Dollar erzielten Gewinne ab und fällt in Richtung 0,5600.
  • Die mit 4 zu 3 Stimmen beschlossene Zinspause der RBNZ bei 2,75 % lässt den Neuseeland-Dollar hinter dem Euro und dem Pfund zurückbleiben.
  • Neuseelands Arbeitsmarktdaten für das dritte Quartal erscheinen am Dienstag, vor der Wahl am 7. November.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) belässt ihren Leitzins weiterhin bei 2,75 %, und NZD/USD hat sämtliche durch den schwächeren US-Dollar erzielten Gewinne wieder abgegeben. Das Währungspaar war von einem Tagestief knapp über 0,5600 auf knapp unter 0,5650 gestiegen, als der US-Dollar im Zuge der diplomatischen Bemühungen zwischen den USA und dem Iran zusammen mit den Rohölpreisen nachgab. Inzwischen notiert es wieder knapp über 0,5600 und damit unter dem Niveau zu Wochenbeginn.

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Die RBNZ beschloss am 28. Oktober mit vier zu drei Stimmen, die Zinsen unverändert zu lassen. Auch Notenbankchefin Breman stimmte dafür. Westpac bezeichnete die Entscheidung als Schock für den Markt. Der nächste Zinsentscheid steht erst am 9. Dezember an. Bis dahin bleibt die Zinsdifferenz zwischen Neuseeland und den USA bei mindestens 1,00 Prozentpunkten, da der Leitzins der Fed bei 3,75 % bis 4,00 % liegt.

Die RBNZ erwartet, dass die Inflation von 3,7 % im September bis zum Jahresende auf 4,4 % steigt, entschied sich aber dennoch gegen eine Zinserhöhung. Der Neuseeland-Dollar hat auch gegenüber dem Australischen Dollar nachgegeben, da die höhere Inflation in Australien die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA) verstärkt hat. Damit bleibt die Entwicklung von NZD/USD hinter der des Euro und des Pfunds gegenüber dem US-Dollar zurück.

Die anstehenden Termine

Neuseelands Arbeitsmarktzahlen für das dritte Quartal werden am Dienstag um 21:45 Uhr GMT veröffentlicht. Erwartet werden eine Arbeitslosenquote von 5,5 % nach 5,6 % und ein Beschäftigungswachstum von 0,4 % nach 0,5 %. Es handelt sich um die wichtigsten neuseeländischen Konjunkturdaten vor dem Zinsentscheid der RBNZ am 9. Dezember. Die Parlamentswahl folgt am Samstag, dem 7. November.

Am Freitag werden um 13:30 Uhr GMT die US-Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) für Oktober veröffentlicht. Erwartet wird ein Stellenzuwachs von 65.000 bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,2 %. Die Zahl der offenen Stellen im September wird am Dienstag um 15:00 Uhr GMT bekannt gegeben. Die Prognose liegt bei 7,13 Millionen nach 7,079 Millionen. Beide Veröffentlichungen beeinflussen die Fed-Seite der für NZD/USD maßgeblichen Zinsdifferenz.

Die charttechnische Lage

NZD/USD bewegt sich seit dem 29. Oktober, dem Tag nach dem RBNZ-Entscheid, innerhalb einer Handelsspanne von einem halben Cent. Zuvor war ein Anstieg vom Tief am 14. Oktober knapp über 0,5550 kurz vor dem exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt (EMA) zum Stillstand gekommen. Dieser Durchschnitt liegt inzwischen nahe 0,5700, der 200-Tage-EMA knapp unter 0,5800.


NZD/USD: 5-Minuten-Chart


NZD/USD: Tageschart



Häufig gestellte Fragen zum Neuseeland-Dollar

Der Neuseeland-Dollar (NZD), auch als Kiwi bekannt, ist eine unter Anlegern häufig gehandelte Währung. Sein Wert wird im Wesentlichen von der Verfassung der neuseeländischen Wirtschaft und der Geldpolitik der Zentralbank des Landes bestimmt. Es gibt jedoch einige Besonderheiten, die den NZD ebenfalls bewegen können. Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beeinflusst den Kiwi in der Regel, da China Neuseelands größter Handelspartner ist. Schlechte Nachrichten zur chinesischen Wirtschaft bedeuten wahrscheinlich weniger neuseeländische Exporte in das Land, was die Wirtschaft und damit auch die Währung belastet. Ein weiterer Einflussfaktor sind die Preise für Milchprodukte, da die Milchwirtschaft Neuseelands wichtigster Exportsektor ist. Hohe Preise für Milchprodukte steigern die Exporteinnahmen und wirken sich positiv auf die Wirtschaft und damit auf den NZD aus.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt an, mittelfristig eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % zu erreichen und zu halten, wobei sie sich am Mittelwert von 2 % orientiert. Zu diesem Zweck legt die Zentralbank ein angemessenes Zinsniveau fest. Ist die Inflation zu hoch, erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen. Dadurch steigen jedoch auch die Anleiherenditen, was Anlagen im Land attraktiver macht und somit den NZD stärkt. Niedrigere Zinsen schwächen den NZD dagegen tendenziell. Auch die sogenannte Zinsdifferenz kann eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Währungspaars NZD/USD spielen. Gemeint ist das tatsächliche oder erwartete Verhältnis der neuseeländischen Zinsen zu den von der US-Notenbank Federal Reserve festgelegten Zinsen.

Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Neuseeland-Dollars (NZD) beeinflussen. Eine starke Wirtschaft mit hohem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und ausgeprägtem Vertrauen ist positiv für den NZD. Ein hohes Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und kann die Reserve Bank of New Zealand zu Zinserhöhungen veranlassen, wenn die wirtschaftliche Stärke mit einer erhöhten Inflation einhergeht. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der NZD an Wert verlieren.

Der Neuseeland-Dollar (NZD) wertet in Phasen erhöhter Risikobereitschaft tendenziell auf, also wenn Anleger die allgemeinen Marktrisiken als gering einschätzen und optimistisch auf das Wachstum blicken. Dies führt in der Regel zu günstigeren Aussichten für Rohstoffe und sogenannte „Rohstoffwährungen“ wie den Kiwi. In Zeiten von Marktturbulenzen oder wirtschaftlicher Unsicherheit tendiert der NZD dagegen zur Schwäche, da Anleger risikoreichere Vermögenswerte meist verkaufen und in stabilere sichere Häfen flüchten.