
Das Währungspaar USD/CHF verzeichnet am Freitag den zweiten Tag in Folge weitere Verkäufe und setzt damit den in dieser Woche begonnenen Rückgang aus dem Bereich von 0,8400 fort, dem höchsten Stand seit Mai 2025. Die Abwärtsbewegung drückt den Kassakurs in der ersten Hälfte des europäischen Handels unter die Mitte der 0,8200er-Spanne auf ein Zweiwochentief. Auslöser ist eine breit angelegte Schwäche des US-Dollar (USD).

Trotz hoher US-Inflationszahlen scheinen die Anleger davon überzeugt zu sein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im weiteren Verlauf dieses Monats unverändert lassen wird. Die neutralen Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh am heutigen Tag bekräftigten diese Erwartungen. Zusammen mit dem jüngsten kräftigen Rückgang der US-Anleiherenditen drückte dies den USD auf ein Eineinhalbwochentief und setzte das Währungspaar USD/CHF etwas unter Abwärtsdruck.
Die Marktteilnehmer preisen jedoch weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von über 90 % dafür ein, dass die US-Notenbank angesichts der Inflationsrisiken durch volatile Energiepreise bei ihrer geldpolitischen Sitzung im Dezember die Zinsen erneut anheben wird. Darüber hinaus könnten anhaltende geopolitische Unsicherheiten infolge der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der Konfrontation zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus die Verluste des USD begrenzen und das Währungspaar USD/CHF stützen.
Aus technischer Sicht mahnen die zuletzt wiederholt gescheiterten Versuche, die Marke von 0,8400 zu überwinden, sowie die anschließende Abwärtskorrektur bullisch eingestellte Händler zur Vorsicht. Der Kassakurs hält sich jedoch knapp über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) über 200 Perioden im 4-Stunden-Chart bei 0,8235, der eine erste Trendunterstützung bietet. Das 38,2-%-Fibonacci-Retracement bei 0,8230 könnte unterdessen als entscheidende Kursmarke für USD/CHF fungieren.
Die Momentumindikatoren bleiben derweil schwach: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt nahe 34, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) unter der Nulllinie notiert und ein negatives Histogramm aufweist. Dies deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck trotz der nahe gelegenen Unterstützung durch den gleitenden Durchschnitt weiterhin dominiert. Um das Szenario weiterer Verluste zu untermauern, müsste der Kurs die Konfluenzzone bei 0,8235–0,8230 jedoch nachhaltig unterschreiten und sich darunter etablieren.
Das Währungspaar USD/CHF könnte dann bis zu einer tiefer gelegenen strukturellen Unterstützung am 38,2-%-Fibonacci-Retracement nahe 0,8223 fallen, wo Käufer versuchen könnten, den Rückgang zu bremsen. Auf der Oberseite müsste eine Erholung das 23,6-%-Retracement bei 0,8289 überwinden, um den bärischen Druck zu verringern und den Weg für eine deutlichere technische Gegenbewegung freizumachen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der Schweizer Franken (CHF) ist die offizielle Währung der Schweiz. Er zählt zu den zehn meistgehandelten Währungen weltweit, wobei sein Handelsvolumen die Größe der Schweizer Volkswirtschaft bei Weitem übersteigt. Sein Wert wird unter anderem von der allgemeinen Marktstimmung, der wirtschaftlichen Lage des Landes und den Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmt. Zwischen 2011 und 2015 war der Schweizer Franken an den Euro (EUR) gekoppelt. Diese Bindung wurde abrupt aufgehoben, woraufhin der Franken um mehr als 20 % aufwertete und es zu Turbulenzen an den Märkten kam. Obwohl die Bindung nicht mehr besteht, korreliert die Entwicklung des CHF aufgrund der starken Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft vom benachbarten Euroraum in der Regel eng mit der Entwicklung des Euro.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt als sicherer Hafen, also als eine Währung, die Anleger in Zeiten von Marktstress bevorzugt kaufen. Dies liegt am internationalen Ansehen der Schweiz: Eine stabile Wirtschaft, ein starker Exportsektor, hohe Währungsreserven der Zentralbank und eine langjährige politische Neutralität in globalen Konflikten machen die Landeswährung zu einer guten Wahl für Anleger, die Risiken meiden möchten. In turbulenten Zeiten dürfte der CHF gegenüber anderen Währungen aufwerten, deren Anlage als risikoreicher gilt.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr, also einmal pro Quartal und damit seltener als andere große Zentralbanken, zusammen, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Sie strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an. Liegt die Inflation über dem Zielwert oder wird erwartet, dass sie diesen in absehbarer Zukunft überschreitet, versucht die SNB, den Preisanstieg durch eine Erhöhung ihres Leitzinses einzudämmen. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen schwächen den CHF dagegen tendenziell.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten aus der Schweiz ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Schweizer Frankens (CHF) beeinflussen. Die Schweizer Wirtschaft ist insgesamt stabil, doch jede plötzliche Veränderung des Wirtschaftswachstums, der Inflation, der Leistungsbilanz oder der Währungsreserven der Zentralbank kann Kursbewegungen beim CHF auslösen. Im Allgemeinen sind ein hohes Wirtschaftswachstum, eine niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Vertrauen positiv für den CHF. Deuten die Wirtschaftsdaten dagegen auf eine nachlassende Dynamik hin, dürfte der CHF abwerten.
Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Lage der benachbarten Länder des Euroraums abhängig. Die Europäische Union insgesamt ist der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz und ein zentraler politischer Verbündeter. Daher ist makroökonomische und geldpolitische Stabilität im Euroraum für die Schweiz und damit auch für den Schweizer Franken (CHF) von entscheidender Bedeutung. Angesichts dieser Abhängigkeit deuten einige Modelle darauf hin, dass die Korrelation zwischen der Entwicklung des Euro (EUR) und des CHF mehr als 90 % beträgt und damit nahezu perfekt ist.