Bank of Japan dürfte die Zinsen unverändert bei 1,25 % belassen

  • Die BoJ dürfte die Zinsen am Freitag unverändert bei 1,25 % belassen.
  • Im Fokus der Anleger steht der künftige Zinspfad der BoJ.
  • USD/JPY konsolidiert seit sechs Wochen in einer Spanne von 156 bis 159.

Die Bank of Japan (BoJ) wird ihre geldpolitische Entscheidung am Freitag gegen 02:30 Uhr GMT bekannt geben.

Wie bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sind die Finanzmärkte zuversichtlich, dass die BoJ die Zinsen unverändert belassen wird, nachdem sie diese auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben hatte. Dies ist das höchste Zinsniveau in Japan seit 31 Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf hat die BoJ die Zinsen zweimal um jeweils einen Viertelprozentpunkt erhöht.

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Die Commerzbank erklärte in einer Analyse, die Märkte rechneten damit, „dass der Tagesgeldsatz unverändert bleibt, und keiner der von Bloomberg befragten Ökonomen erwartet eine Zinserhöhung am Freitag“. Angesichts dieser einhelligen Einschätzung richten Anleger ihren Blick verstärkt auf die geldpolitische Erklärung, den Ausblick der Zentralbank und die Pressekonferenz von Notenbankchef Kazuo Ueda, um Hinweise auf den geldpolitischen Kurs bis zum Jahresende zu erhalten.

Ueda tendiert zu restriktivem Kurs angesichts der KI-Nachfrage und einer Inflation nahe dem BoJ-Ziel

Die Äußerungen von BoJ-Chef Ueda nach der geldpolitischen Sitzung im September haben seine Besorgnis über energiepreisbedingte Inflationsrisiken gezeigt. Ueda hat zudem betont, wie wichtig es sei, die Kerninflation nahe dem Ziel von 2 % zu verankern. Er hat mehrfach bekräftigt, dass die Zentralbank ihren geldpolitischen Straffungskurs beibehalten werde.

Uedas Rede vom 16. Oktober wurde vom Speechtracker von FXStreet mit 8,2 von 10 Punkten bewertet. Gegenüber seinem Durchschnittswert von 7,5 signalisiert dies eine leicht restriktivere Haltung. Ueda betonte, die zugrunde liegende Inflation liege „ziemlich nahe“ bei 2 %, und die Wirtschafts- und Preisentwicklung entspreche weitgehend den Prognosen. Die Zusage, die „Zinsen weiter anzuheben“, solange die Finanzierungsbedingungen akkommodierend bleiben, sowie der Plan, über eine Anpassung der Einschätzung zur Annäherung der Inflation an 2 % zu diskutieren, bekräftigten die Tendenz zu einer schrittweisen Normalisierung. Dies schafft ein günstigeres Umfeld für einen stärkeren Yen.

Uedas Bemerkung, zwischen der Einschätzung der Bank of Japan zum KI-bedingten Inflationsdruck und der Einschätzung internationaler Währungshüter bestehe „keine große Diskrepanz“, unterstreicht zusammen mit seinem Hinweis, dass einige seiner Amtskollegen die KI-Nachfrage optimistischer beurteilen, die Aufwärtsrisiken für die Preise. Diese rechtfertigen es, an einem möglichen Straffungskurs festzuhalten. Indem Ueda Zeitpunkt und Tempo künftiger Zinserhöhungen ausdrücklich an die Wechselkursentwicklung, die KI-Nachfrage und die Entwicklungen im Nahen Osten knüpfte, skizzierte er eine daten- und risikosensitive geldpolitische Reaktion. Dies stützt den japanischen Yen tendenziell, insbesondere wenn die KI-bezogene Nachfrage und externe Schocks die Inflation nahe dem Ziel von 2 % halten.

Diese Äußerungen deuten darauf hin, dass BoJ-Chef Ueda bei seinem geldpolitischen Ausblick an einer restriktiven Haltung festhalten und betonen wird, wie wichtig es ist, den Preisdruck nahe dem Inflationsziel der Zentralbank von 2 % zu verankern.

Was wird von der geldpolitischen Sitzung im Dezember erwartet?

Laut einer vom 13. bis 19. Oktober durchgeführten Reuters-Umfrage erwarteten nahezu 70 % der Ökonomen, nämlich 54 von 78, dass die BoJ ihren Leitzins noch in diesem Quartal auf 1,5 % anheben werde, berichtete Reuters. Damit lag der Anteil fast doppelt so hoch wie in der vorherigen Umfrage. Der Konsens geht von einer weiteren Zinserhöhung vor Jahresende aus.

Wie könnte USD/JPY auf die Entscheidung der BoJ reagieren?

Die Zinsentscheidung der BoJ an sich dürfte für das Währungspaar USD/JPY kaum von Bedeutung sein, da die Marktteilnehmer fest mit unveränderten Leitzinsen rechnen. Entscheidend dürften vielmehr der Ton des geldpolitischen Ausblicks der BoJ sowie mögliche Hinweise darauf sein, auf welchem Niveau sie den Endpunkt des Zinserhöhungszyklus sieht.

Jeder Hinweis der BoJ darauf, dass sie sich diesem Zinsniveau schneller nähern könnte, wäre positiv für den japanischen Yen (JPY). Signale der japanischen Zentralbank, dass sie einen schrittweisen geldpolitischen Straffungskurs verfolgen werde, könnten hingegen nur geringe Auswirkungen auf die japanische Währung haben. Die Risiken für USD/JPY sind daher leicht abwärtsgerichtet.

Technischer Ausblick für USD/JPY: Handel in einer Spanne bei gesunkener Volatilität

Trend: Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert USD/JPY bei rund 157,80. Das Währungspaar bewegt sich seit über einem Monat in einer engen Spanne zwischen 156,08 und 159,04. Der exponentielle gleitende 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 157,77 verläuft flach und spiegelt damit den insgesamt seitwärtsgerichteten Trend wider.

Momentum: Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich seit einem Monat innerhalb der Spanne von 40,00 bis 60,00. Dies deutet auf einen starken Rückgang der Volatilität hin und untermauert die aktuelle Konsolidierung.

Unterstützung: Auf der Unterseite bildet die Untergrenze der genannten Spanne bei 156,08 die unmittelbare Unterstützung. Sollte das Währungspaar diese Marke nicht halten können, droht ein Rückgang auf das Hoch vom 14. September bei 155,00. 

Widerstand: Auf der Oberseite stellt die Obergrenze der Konsolidierung nahe 159,04 die nächste Hürde für das Währungspaar dar. Ein klarer Ausbruch darüber würde die Wahrscheinlichkeit weiterer Kursgewinne in Richtung 160,00 und anschließend bis zum Septemberhoch nahe 160,40 erhöhen.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zur Bank of Japan

Die Bank of Japan (BoJ) ist die japanische Zentralbank und legt die Geldpolitik des Landes fest. Ihr Auftrag besteht darin, Banknoten auszugeben und die Währungs- und Geldpolitik zu steuern, um Preisstabilität zu gewährleisten. Dies entspricht einem Inflationsziel von rund 2 %.

Die Bank of Japan leitete 2013 eine ultralockere Geldpolitik ein, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation in einem Umfeld geringer Preissteigerungen zu beleben. Die Geldpolitik der Zentralbank basiert auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), also der Schaffung von Geld zum Kauf von Vermögenswerten wie Staats- oder Unternehmensanleihen, um Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 verstärkte die Zentralbank diese Strategie und lockerte ihre Geldpolitik weiter, indem sie zunächst Negativzinsen einführte und anschließend die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen direkt steuerte. Im März 2024 hob die BoJ die Zinsen an und leitete damit faktisch die Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik ein.

Die massiven geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen der Zentralbank führten zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen. Diese Entwicklung verstärkte sich 2022 und 2023 aufgrund der zunehmenden geldpolitischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen großen Zentralbanken. Letztere entschieden sich für kräftige Zinserhöhungen, um die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten zu bekämpfen. Die Geldpolitik der BoJ führte zu einer Ausweitung der Zinsdifferenzen gegenüber anderen Währungsräumen und drückte damit den Wert des Yen. Dieser Trend kehrte sich 2024 teilweise um, als die BoJ beschloss, ihre ultralockere Geldpolitik aufzugeben.

Ein schwächerer Yen und der sprunghafte Anstieg der weltweiten Energiepreise ließen die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % steigen. Auch die Aussicht auf steigende Löhne im Land – ein wesentlicher Inflationstreiber – trug zu diesem Schritt bei.