
Laut Glassnode hat der Verkaufsdruck bei Bitcoin (BTC) nachgelassen, doch die Spotnachfrage bleibt nahe 82.000 US-Dollar schwach. Der Anteil der im Gewinn liegenden Bestände sank auf 68,2 %, während der Optionsverfall näher rückt.

Das auf Blockchain-Analysen spezialisierte Unternehmen Glassnode teilte in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit, dass der Verkaufsdruck bei Bitcoin nachgelassen habe. Die Nachfrage am Spotmarkt bleibe jedoch schwach, sodass der Kryptowährung ein klarer Impuls für eine Erholung fehle.
Laut Glassnode sank das kumulative Volumendelta (CVD) am Spotmarkt im Wochenverlauf um 24,7 % von -67 Millionen auf -83,6 Millionen US-Dollar. Der weitere Rückgang deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer an zentralisierten Börsen weiterhin verkauften. Zugleich sank das Kursmomentum von Bitcoin um 20 % von 45 auf 36 und näherte sich damit dem unteren Ende seiner historischen Bandbreite.
Das Spothandelsvolumen blieb hingegen relativ stabil und stieg um 2,1 % von 5,4 Milliarden auf 5,5 Milliarden US-Dollar.
„Dieses gleichbleibende Handelsvolumen deutet darauf hin, dass die allgemeine Marktbeteiligung stabil bleibt, ohne eine plötzliche Erschöpfung oder Ausbruchsversuche aus dem aktuellen Kursbereich zu signalisieren“, schrieb Glassnode.
Auch am Derivatemarkt gab es Anzeichen für einen nachlassenden Verkaufsdruck, obwohl die Positionierung weiterhin vorsichtig blieb. Laut Glassnode verbesserte sich das CVD bei unbefristeten Futures um 36,9 % von -891,1 Millionen auf -562,7 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser Erholung blieb der Indikator unterhalb seines unteren Bandes. Dies deutet darauf hin, dass aggressiv agierende Händler weiterhin Verkäufe gegenüber Käufen bevorzugten.
Das Open Interest bei Futures ging geringfügig von 36,5 Milliarden auf 36,4 Milliarden US-Dollar zurück, ein Minus von 0,3 %.
„Die Kennzahl liegt im oberen Bereich ihrer Bandbreite. Dies zeigt, dass die Beteiligung trotz des leichten Rückgangs der offenen Kontrakte an den Derivatehandelsplätzen hoch bleibt“, heißt es in dem Bericht.
Auch der Anteil der im Gewinn liegenden Bitcoin-Bestände ist gesunken: Innerhalb von sieben Tagen ging er von 70,1 % auf 68,2 % zurück. Damit liegen noch rund zwei Drittel der im Umlauf befindlichen Bitcoin im Gewinn.
Der nicht realisierte Nettogewinn/-verlust (NUPL) sank von 10,5 % auf 9 %, was einen Rückgang der Buchgewinne am Gesamtmarkt widerspiegelt. Auch das Verhältnis realisierter Gewinne zu Verlusten fiel auf 41,8 %. Dies zeigt, dass die realisierten Gewinne im Verhältnis zu den Verlusten abnahmen.
Die Daten von Glassnode deuten darauf hin, dass die Gewinnmitnahmen mit den sinkenden Kursen nachgelassen haben. Dadurch verringert sich der unmittelbare Verkaufsanreiz für Anleger, deren Bestände im Gewinn liegen. Kurzfristige Halter verzeichneten jedoch weiterhin nicht realisierte Gewinne, die gemessen an der historischen Bandbreite des Indikators hoch waren.
Unterdessen kommt es auch bei traditionellen Anlageinstrumenten zu Umschichtungen. Analysten von QCP merkten am Montag an, dass Anleger sich von Halbleiterwerten abgewandt und defensiven Sektoren wie dem Gesundheitswesen und dem Bankensektor zugewandt hätten, während sich der FTSE besser entwickelt habe als die technologielastigen US-Indizes. Es gibt jedoch keine gesicherten Belege dafür, dass institutionelles Kapital direkt in Kryptowährungen fließt.
Die implizite Volatilität von BTC liegt über alle Laufzeiten hinweg weiterhin unter ihrem Einjahresdurchschnitt. Dies könnte dazu beitragen, dass die Kurse in ihrer aktuellen Bandbreite bleiben. QCP warnte, dass diese Stabilität mit dem Verfall von Optionspositionen nachlassen könnte, wodurch Bitcoin stärker auf marktbewegende Impulse reagieren würde.