Euro gibt Wochengewinne ab: Starke US-Arbeitsmarktdaten treiben Dollar-Rally an

  • EUR/USD gibt Wochengewinne ab, da stärker als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten den US-Dollar stützen.
  • Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft in den USA steigt im Oktober um 165.000 Stellen, deutlich mehr als die prognostizierten 65.000.
  • Schwache Einzelhandelsumsätze im Euroraum und vorsichtige Äußerungen aus der EZB erhöhen den Abwärtsdruck auf den Euro.

EUR/USD gibt am Freitag nach und büßt sämtliche in dieser Woche erzielten Gewinne ein, da stärker als erwartet ausgefallene Daten zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft in den USA (Nonfarm Payrolls, NFP) die Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) ankurbeln. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Währungspaar bei rund 1,1132 und damit auf Tagessicht 0,77 % niedriger.

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Die US-Wirtschaft schuf im Oktober 165.000 Stellen und damit mehr als doppelt so viele wie die prognostizierten 65.000. Zugleich wurde der Beschäftigungszuwachs für September von 29.000 auf 60.000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 % auf 4,1 %.

Auch das Lohnwachstum übertraf die Prognosen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,4 % und damit stärker als die erwarteten 0,3 %. Im Jahresvergleich schwächte sich das Lohnwachstum von 3,2 % auf 3,1 % ab, lag jedoch über den prognostizierten 2,9 %.

Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 102,33 und liegt damit auf Tagessicht 0,73 % im Plus.

Die Zahlen deuten auf einen robusten Arbeitsmarkt hin, eine Einschätzung, die die meisten Vertreter der US-Notenbank Fed teilen. Vor diesem Hintergrund bleibt eine weitere Zinserhöhung im Dezember eine Option, da die Fed weiterhin entschlossen ist, die Inflation auf ihr Ziel von 2 % zurückzuführen. Die Inflationsrisiken sind nach wie vor nach oben gerichtet, insbesondere aufgrund höherer Energiekosten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.

Diesseits des Atlantiks belasten auch schwächer als erwartet ausgefallene Einzelhandelsumsätze im Euroraum den Euro. Die Umsätze sanken im September gegenüber dem Vormonat um 0,7 %, während ein Rückgang um 0,1 % erwartet worden war. Im August waren sie bereits um 2 % gefallen. Das Wachstum im Jahresvergleich verlangsamte sich von 1,3 % auf 0,4 % und blieb damit unter den prognostizierten 0,6 %.

Mit Blick auf die Geldpolitik erwarten Marktteilnehmer, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im Dezember erneut anheben wird, auch wenn sich die Währungshüter weiterhin vorsichtig äußern. Chefvolkswirt Philip Lane sagte am Freitag, die Inflation müsse innerhalb von ein bis zwei Jahren zum Zielwert zurückkehren. Zugleich wies er darauf hin, dass sich die Finanzierungsbedingungen bereits verschärft hätten. „Lassen Sie uns bis Dezember Informationen sammeln und dann sehen, was wir im Dezember tun“, sagte Lane und äußerte sich damit ähnlich wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag.

US-Dollar-Kursentwicklung heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des US-Dollar (USD) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten legte der US-Dollar gegenüber dem neuseeländischen Dollar zu.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0,77 % 0,79 % 0,40 % 0,80 % 1,12 % 1,20 % 0,54 %
EUR -0,77 % 0,03 % -0,37 % 0,04 % 0,35 % 0,43 % -0,23 %
GBP -0,79 % -0,03 % -0,38 % 0,01 % 0,33 % 0,41 % -0,25 %
JPY -0,40 % 0,37 % 0,38 % 0,41 % 0,73 % 0,80 % 0,15 %
CAD -0,80 % -0,04 % -0,01 % -0,41 % 0,31 % 0,39 % -0,27 %
AUD -1,12 % -0,35 % -0,33 % -0,73 % -0,31 % 0,08 % -0,58 %
NZD -1,20 % -0,43 % -0,41 % -0,80 % -0,39 % -0,08 % -0,64 %
CHF -0,54 % 0,23 % 0,25 % -0,15 % 0,27 % 0,58 % 0,64 %

Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen wichtiger Währungen zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den US-Dollar auswählen und der Zeile horizontal bis zum japanischen Yen folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von USD (Basiswährung)/JPY (Kurswährung).