Fed-Vertreter Musalem fordert baldige Zinserhöhung, da die Geldpolitik weiterhin zu locker ist

Alberto Musalem, Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, sagte am Freitag, die US-Notenbank (Fed) müsse die Zinsen „bald erneut“ anheben. Wie zuvor bereits Thomas Barkin, Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, sprach er sich dabei für ein schrittweises Vorgehen aus.

In seinem vorbereiteten Redetext für das Shadow Open Market Committee, einen Kreis von Ökonomen, der sich mit der Fed befasst, fügte Musalem hinzu, dass „die Inflation weiterhin erhöht ist“. Damit deutete er an, dass eine weitere Straffung erforderlich sei und die derzeitige Geldpolitik sowie die Finanzierungsbedingungen weiterhin „akkommodierend“ seien.

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Die wichtigsten Aussagen:

Frühzeitige Zinserhöhungen verringern das Risiko für die Gesamtwirtschaft

US-Notenbank wird die Zinsen bald erneut anheben

Schrittweise Zinsanpassungen sind abrupten Änderungen vorzuziehen

Erwartungen höherer Leitzinsen treiben die Renditen langfristiger Anleihen nach oben

Inflation bleibt erhöht und dürfte ohne Maßnahmen der Notenbank kaum zurückgehen

Aktuelle Geldpolitik bleibt akkommodierend

Finanzierungsbedingungen wirken weiterhin unterstützend

Wiederherstellung der Preisstabilität ist jetzt der beste Schritt

Finanzierungsbedingungen haben sich verschärft, allerdings nur geringfügig

Gesamtwirtschaft und Arbeitsmarkt sind robust

Risiken deuten weiterhin eher auf eine anhaltend erhöhte Inflation hin

Inflationserwartungen bleiben stabil

Daten zum dritten Quartal bestätigen die zugrunde liegende Stärke der Wirtschaft

US-Dollar-Kurs heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des US-Dollars (USD) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der US-Dollar gegenüber dem Euro.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0,21 % -0,14 % -0,17 % -0,28 % -0,07 % -0,06 % -0,12 %
EUR -0,21 % -0,34 % -0,35 % -0,47 % -0,26 % -0,27 % -0,31 %
GBP 0,14 % 0,34 % -0,02 % -0,13 % 0,08 % 0,08 % 0,02 %
JPY 0,17 % 0,35 % 0,02 % -0,10 % 0,10 % 0,10 % 0,05 %
CAD 0,28 % 0,47 % 0,13 % 0,10 % 0,20 % 0,21 % 0,16 %
AUD 0,07 % 0,26 % -0,08 % -0,10 % -0,20 % 0,00 % -0,04 %
NZD 0,06 % 0,27 % -0,08 % -0,10 % -0,21 % -0,00 % -0,04 %
CHF 0,12 % 0,31 % -0,02 % -0,05 % -0,16 % 0,04 % 0,04 %

Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen im Verhältnis zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den US-Dollar auswählen und der Zeile nach rechts bis zum japanischen Yen folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von USD (Basiswährung)/JPY (Kurswährung).

Häufig gestellte Fragen zur Fed

Die Geldpolitik der USA wird von der Federal Reserve (Fed) bestimmt. Die Fed hat ein doppeltes Mandat: Sie soll Preisstabilität gewährleisten und Vollbeschäftigung fördern. Ihr wichtigstes Instrument zum Erreichen dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Zielwert der Fed von 2 % liegt, erhöht sie die Zinsen. Dadurch steigen die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft. Dies stärkt den US-Dollar (USD), da die USA für internationale Anleger als Standort für ihre Geldanlagen attraktiver werden. Wenn die Inflation unter 2 % fällt oder die Arbeitslosenquote zu hoch ist, kann die Fed die Zinsen senken, um die Kreditaufnahme anzukurbeln. Dies belastet den US-Dollar.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen der Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee, FOMC) die Wirtschaftslage bewertet und geldpolitische Entscheidungen trifft. Dem FOMC gehören zwölf Fed-Vertreter an: die sieben Mitglieder des Gouverneursrats, der Präsident der Federal Reserve Bank von New York sowie vier der übrigen elf regionalen Notenbankpräsidenten, die nach einem Rotationsprinzip jeweils für ein Jahr im Ausschuss sitzen.

In Extremsituationen kann die Federal Reserve auf eine als quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) bezeichnete Politik zurückgreifen. Dabei erhöht die Fed den Kreditfluss in einem ins Stocken geratenen Finanzsystem erheblich. Es handelt sich um eine unkonventionelle geldpolitische Maßnahme, die in Krisen oder bei extrem niedriger Inflation eingesetzt wird. Während der großen Finanzkrise 2008 war sie das bevorzugte Instrument der Fed. Dabei schafft die Fed zusätzliche US-Dollar und kauft damit hochwertige Anleihen von Finanzinstituten. QE schwächt in der Regel den US-Dollar.

Die quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT) ist der umgekehrte Prozess der quantitativen Lockerung. Dabei stellt die Federal Reserve den Kauf von Anleihen bei Finanzinstituten ein und reinvestiert die Rückzahlungen aus fällig werdenden Anleihen in ihrem Bestand nicht in neue Anleihen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.