Gold tut sich nahe 4.000 US-Dollar schwer, da der US-Dollar vor dem Fed-Zinsentscheid zulegt

  • Gold steht unter Druck, da der US-Dollar seine Erholung vor dem Fed-Entscheid fortsetzt.
  • Die Fed dürfte die Zinsen unverändert lassen. Händler suchen nach Hinweisen auf eine Zinserhöhung im Dezember.
  • Das technische Bild bleibt schwach, wobei die Momentumindikatoren die Verkäufer im Vorteil sehen.

Gold (XAU/USD) schwankt am Dienstag um die Marke von 4.000 US-Dollar, nachdem es zum Wochenauftakt moderate Gewinne verzeichnet hatte. Das Edelmetall steht unter Druck, da der US-Dollar (USD) seine Erholung nach der jüngsten Schwäche fortsetzt und Händler sich vor der geldpolitischen Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch neu positionieren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAU/USD bei rund 4.012 US-Dollar und damit über dem Dreimonatstief der vergangenen Woche von 3.975 US-Dollar.

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Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, steigt auf ein Zweiwochenhoch über 102,00. In der vergangenen Woche hatte er mit 101,45 den niedrigsten Stand seit dem 1. Oktober erreicht. Ein stärkerer US-Dollar verteuert Gold für Käufer, die in anderen Währungen zahlen.

Dollar erhält zunehmend Unterstützung, da Märkte Fed und Energiepreise wieder in den Blick nehmen

Die Strategen von ING stellen fest, dass der Dollar „zu Beginn dieser Woche gute Unterstützung gefunden hat“. Die Stabilisierung der Stimmung rund um KI habe es den Märkten ermöglicht, „sich wieder auf das insgesamt unterstützende Umfeld einer restriktiv ausgerichteten Federal Reserve und hoher Energiepreise zu konzentrieren“. Sie ergänzen, dass „auch die Positionierung im Vorfeld der FOMC-Sitzung bereits eine Rolle spielen könnte“. Der vorausschauende Devisenmarkt werte die „erneute Bekräftigung der Entschlossenheit zur Inflationsbekämpfung“ durch Fed-Chef Kevin Warsh als „Stärkung der strukturellen Unterstützung für den Dollar“. ING kommt im Einklang mit ihrer vorherigen Vorschau zu dem Schluss: „Wir teilen diese Einschätzung und erwarten, dass der Dollar in dieser Woche auf breiter Basis Unterstützung erhält.“

Die US-Notenbank dürfte die Zinsen unverändert lassen, nachdem sie diese im September um 25 Basispunkte auf 3,75 % bis 4,00 % angehoben hatte. Es war die erste Erhöhung seit 2023, da steigende Energiekosten im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten den Inflationsdruck verstärkten.

Da allgemein mit einer Zinspause gerechnet wird, werden Händler die geldpolitische Erklärung und die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh auf Hinweise zum nächsten Schritt prüfen. Die im September aktualisierte Zinsprojektion, der sogenannte Dot Plot, wies sowohl für Ende 2026 als auch für Ende 2027 einen Median von 4,1 % aus. Dies deutet auf eine weitere Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt in diesem Jahr und keine Nettoveränderung im kommenden Jahr hin. Vor diesem Hintergrund preisen Händler laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 % für eine weitere Zinserhöhung im Dezember ein.

Ein restriktives Signal könnte Gold anfällig für einen nachhaltigen Rückgang unter 4.000 US-Dollar machen. Sollte die Fed hingegen betonen, sich Zeit für die Bewertung eingehender Daten nehmen zu wollen, könnte dies dem Edelmetall etwas Entlastung verschaffen. Dennoch dürfte eine kräftigere Erholung schwierig bleiben, solange die Inflation über dem Fed-Ziel von 2 % liegt und hohe Energiekosten den Preisdruck länger auf einem erhöhten Niveau zu halten drohen. Gold gilt zwar häufig als Absicherung gegen Inflation, doch höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten der Haltung des Edelmetalls, das keine laufenden Erträge abwirft.

Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) notiert bei rund 101,50 US-Dollar je Barrel, während Händler diplomatische Bemühungen gegen Angebotsrisiken abwägen. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan führten am Montag in Teheran Gespräche mit iranischen Vertretern. Die vier Länder vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen. Sicherheitsrisiken für Schiffe in der Straße von Hormus und Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien halten die Versorgungssorgen jedoch aufrecht.

Technische Analyse: Unterstützungszone von 4.000 bis 3.950 US-Dollar im Fokus, während Verkäufer dominieren

Im Tageschart bleibt XAU/USD kurzfristig bärisch ausgerichtet, da der Kurs unter den einfachen gleitenden Durchschnitten (SMAs) der letzten 50, 100 und 200 Tage notiert und die Verkäufer damit die Kontrolle behalten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 35 und signalisiert schwaches Kaufmomentum. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) verharrt unterdessen im negativen Bereich und deutet auf anhaltenden Abwärtsdruck hin.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 100-Tage-SMA bei rund 4.219 US-Dollar, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 4.288 US-Dollar. Bei einer kräftigeren Erholung könnte zunächst der horizontale Widerstand bei 4.400 US-Dollar in den Fokus rücken, bevor der 200-Tage-SMA bei rund 4.504 US-Dollar relevant wird.

Auf der Unterseite dient die Zone von 4.000 bis 3.950 US-Dollar als unmittelbare Unterstützung. Ein Bruch dieser Zone würde den Weg für eine stärkere Korrektur öffnen. Erholungsversuche dürften dagegen schwierig bleiben, solange der Kurs unter den eng beieinanderliegenden gleitenden Durchschnitten im Tageschart notiert.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zur Fed

Die Geldpolitik der USA wird von der Federal Reserve (Fed) bestimmt. Die Fed hat ein doppeltes Mandat: Sie soll Preisstabilität gewährleisten und Vollbeschäftigung fördern. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Fed-Ziel von 2 % liegt, erhöht sie die Zinsen und damit die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft. Dies stärkt den US-Dollar (USD), da die USA dadurch für internationale Investoren als Anlagestandort attraktiver werden. Wenn die Inflation unter 2 % fällt oder die Arbeitslosenquote zu hoch ist, kann die Fed die Zinsen senken, um die Kreditaufnahme anzukurbeln. Dies belastet den Greenback.

Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab. Dabei beurteilt der Offenmarktausschuss (FOMC) die wirtschaftliche Lage und trifft geldpolitische Entscheidungen. Dem FOMC gehören zwölf Vertreter der Fed an: die sieben Mitglieder des Gouverneursrats, der Präsident der Federal Reserve Bank of New York sowie vier der übrigen elf Präsidenten der regionalen Federal Reserve Banks, die nach einem Rotationsprinzip jeweils für ein Jahr im Ausschuss sitzen.

In Extremsituationen kann die Federal Reserve auf eine sogenannte quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) zurückgreifen. Dabei erhöht die Fed die Kreditversorgung in einem ins Stocken geratenen Finanzsystem erheblich. Es handelt sich um eine unkonventionelle geldpolitische Maßnahme, die in Krisen oder bei äußerst niedriger Inflation eingesetzt wird. Während der großen Finanzkrise von 2008 war sie das bevorzugte Instrument der Fed. Dabei schafft die Fed zusätzliche US-Dollar und kauft damit hochwertige Anleihen von Finanzinstituten. QE schwächt in der Regel den US-Dollar.

Die quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT) ist der umgekehrte Prozess der quantitativen Lockerung. Dabei stellt die Federal Reserve den Kauf von Anleihen bei Finanzinstituten ein und reinvestiert die Rückzahlungen aus fällig werdenden Anleihen in ihrem Bestand nicht in neue Anleihen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.