Japans Inflationszahlen stehen als Nächstes an: Yen verharrt nahe 158,00

  • USD/JPY schließt erneut nahe 158,00 und bleibt damit in der seit dem 1. Oktober bestehenden Handelsspanne.
  • Swaps preisen eine Wahrscheinlichkeit von unter 5 % für eine BoJ-Zinserhöhung am 30. Oktober und von rund 80 % für den 18. Dezember ein.
  • Japans landesweite Verbraucherpreisdaten werden am Donnerstag veröffentlicht, vor der BoJ-Entscheidung am 30. Oktober.

Günstigeres Rohöl und ein gegenüber anderen Währungen schwächerer Dollar halfen dem Yen am Dienstag kaum. USD/JPY schloss etwa auf dem Niveau, auf dem das Paar an den meisten Handelstagen im Oktober den Handel beendet hatte. Von rund 158,50 fiel es auf das Tagestief und machte anschließend etwa die Hälfte dieses Rückgangs wieder wett.

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Ueda, der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), erklärte am Montag vor dem Parlament, die zugrunde liegende Inflation liege sehr nahe am Ziel von 2 %. Am Swapmarkt setzten Händler dies in eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 5 % für eine Zinserhöhung ausgehend von 1,25 % am 30. Oktober und von rund 80 % für den 18. Dezember um. Damit gibt es für Yen-Käufer vor Dezember keine BoJ-Zinserhöhung einzupreisen.

Premierministerin Takaichi wies die Verantwortung für den schwachen Yen zurück. Finanzministerin Katayama erklärte am 15. Oktober, Japan sei bereit, erneut am Devisenmarkt einzugreifen. Das Dienstagshoch knapp über 158,50 war der höchste Stand von USD/JPY seit dieser Warnung, konnte jedoch nicht gehalten werden.

Im Wirtschaftskalender

Japans Außenhandelszahlen für September werden am Dienstag um 23:50 Uhr GMT veröffentlicht. Für die Exporte wird ein Anstieg um 20,1 % gegenüber dem Vorjahr erwartet, nach zuvor 19,3 %. Am Donnerstag um 23:30 Uhr GMT folgt der landesweite Verbraucherpreisindex ohne frische Lebensmittel. Die Prognose liegt bei 2,1 % nach 1,7 %, womit das BoJ-Ziel von 2 % zwischen den beiden Werten liegt.

Die einjährigen Inflationserwartungen der University of Michigan werden am Freitag um 14:00 Uhr GMT veröffentlicht und unverändert bei 4,7 % erwartet. Für die fünfjährigen Erwartungen liegt die Prognose bei 3,5 %. Dies sind die letzten US-Inflationsdaten vor der Entscheidung der Fed am 28. Oktober, zwei Tage vor der Entscheidung der BoJ.

Charttechnische Lage

Seit dem 1. Oktober lag jeder Tagesschlusskurs höchstens 75 Pips von 158,00 entfernt. Der exponentielle gleitende 50-Tage-Durchschnitt (EMA) liegt nur wenige Pips von dieser Marke entfernt. Der 200-Tage-EMA verläuft knapp über 157,50, und die Handelsspanne im Oktober reicht von knapp unter 157,00 bis knapp unter 159,00.


USD/JPY-Tageschart

Häufig gestellte Fragen zum japanischen Yen

Der japanische Yen (JPY) gehört zu den meistgehandelten Währungen der Welt. Sein Wert wird grundsätzlich von der Entwicklung der japanischen Wirtschaft bestimmt, insbesondere aber von der Geldpolitik der Bank of Japan, dem Renditeabstand zwischen japanischen und US-amerikanischen Anleihen sowie der Risikobereitschaft der Händler und weiteren Faktoren.

Zu den Aufgaben der Bank of Japan gehört die Steuerung der Währung, weshalb ihre Maßnahmen für den Yen von entscheidender Bedeutung sind. Die BoJ hat gelegentlich direkt am Devisenmarkt interveniert, in der Regel, um den Wert des Yen zu senken. Aufgrund politischer Bedenken ihrer wichtigsten Handelspartner verzichtet sie jedoch auf häufige Eingriffe. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ zwischen 2013 und 2024 führte zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen, da die geldpolitischen Kurse der Bank of Japan und anderer bedeutender Zentralbanken zunehmend auseinanderliefen. In jüngerer Zeit hat die schrittweise Rücknahme dieser ultralockeren Geldpolitik den Yen etwas gestützt.

Im vergangenen Jahrzehnt führte das Festhalten der BoJ an einer ultralockeren Geldpolitik dazu, dass ihr geldpolitischer Kurs immer stärker von dem anderer Zentralbanken abwich, insbesondere von dem der US-Notenbank Federal Reserve. Dies begünstigte eine Ausweitung des Renditeabstands zwischen zehnjährigen US-amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkte. Die Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, die ultralockere Geldpolitik schrittweise aufzugeben, trägt zusammen mit Zinssenkungen anderer großer Zentralbanken dazu bei, diesen Abstand zu verringern.

Der japanische Yen wird häufig als sicherer Hafen betrachtet. Das bedeutet, dass Anleger in angespannten Marktphasen aufgrund seiner vermeintlichen Verlässlichkeit und Stabilität eher dazu neigen, ihr Geld in der japanischen Währung anzulegen. In turbulenten Zeiten dürfte der Yen daher gegenüber anderen Währungen aufwerten, die als riskantere Anlagen gelten.