
Das Währungspaar NZD/USD legt am Donnerstag den zweiten Tag in Folge zu und setzt damit die Erholung vom Vortag aus dem Bereich von 0,5575, einem Dreiwochentief, fort. Die Aufwärtsbewegung hebt die Kassakurse im frühen europäischen Handel auf den höchsten Stand seit über einer Woche im Bereich von 0,5655–0,5660. Unterstützung kommt von einem auf breiter Front schwächeren US-Dollar (USD).

Der USD-Index (DXY), der die Entwicklung des Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, fällt angesichts der Nachwirkungen der Wahlen auf den tiefsten Stand seit Ende September. Ein umfassender Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat Sorgen vor einer haushaltspolitischen Blockade geweckt, die die Staatsausgaben begrenzen und das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Zudem belasten Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs die Rohölpreise, was Inflationsängste lindert und Druck auf die Renditen von US-Anleihen ausübt. Dies schwächt den US-Dollar zusätzlich und stützt das Währungspaar NZD/USD etwas.
Unterdessen dürfte es dem Neuseeland-Dollar (NZD) schwerfallen, kräftige Anschlusskäufe anzuziehen. Hintergrund ist die deutliche Überraschung in Richtung einer lockereren Geldpolitik durch die Reserve Bank of New Zealand (RBN), die ihren Leitzins, die Official Cash Rate (OCR), in der vergangenen Woche unverändert bei 2,75 % beließ. Händler könnten zudem auf größere Positionierungen in eine bestimmte Kursrichtung verzichten und stattdessen die Veröffentlichung der wichtigen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag abwarten. Der allgemein als US-Nonfarm-Payrolls-Bericht (NFP) bekannte Bericht wird eine Schlüsselrolle für die Nachfrage nach dem USD spielen und das Währungspaar NZD/USD beeinflussen.
Aus technischer Sicht bleibt die kurzfristige Tendenz der Kassakurse negativ, nachdem sie im Anschluss an die RBNZ-Entscheidung nach unten ausgebrochen waren und anschließend am einfachen gleitenden Durchschnitt über 100 Perioden (SMA) im Vierstundenchart scheiterten. Unterdessen ist der Relative-Stärke-Index (14) aus dem jüngst überkauften Bereich auf etwa 55 zurückgefallen, was auf eine nachlassende bullische Dynamik hindeutet. Das Histogramm des Moving Average Convergence Divergence (MACD) bleibt zwar knapp im positiven Bereich, verläuft jedoch flach. Dies signalisiert eher nachlassenden Aufwärtsdruck als einen robusten Trend.
Daher wäre es ratsam, einen nachhaltigen Durchbruch unter die horizontale Unterstützungszone von 0,5580–0,5570 und eine Etablierung darunter abzuwarten, bevor Positionen für eine Fortsetzung des jüngsten, klar etablierten Abwärtstrends seit dem markanten Monatshoch im August eingegangen werden. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am 100-Perioden-SMA bei etwa 0,5649, gefolgt vom 23,6-%-Fibonacci-Retracement bei 0,5664. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Hürden wäre nötig, um die höher liegenden Fibonacci-Widerstände bei 0,5725 (38,2 %) und 0,5775 (50 %) ins Visier zu nehmen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ist die Zentralbank Neuseelands. Ihre wirtschaftspolitischen Ziele sind die Gewährleistung und Wahrung der Preisstabilität – diese gilt als erreicht, wenn die am Verbraucherpreisindex (CPI) gemessene Inflation innerhalb einer Bandbreite von 1 % bis 3 % liegt – sowie die Förderung eines höchstmöglichen nachhaltigen Beschäftigungsniveaus.
Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) legt die angemessene Höhe des Leitzinses, der Official Cash Rate (OCR), im Einklang mit seinen Zielen fest. Liegt die Inflation über dem Zielwert, versucht die Zentralbank, sie durch eine Anhebung der OCR einzudämmen. Dadurch verteuern sich Kredite für private Haushalte und Unternehmen, was die Konjunktur abkühlt. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den Neuseeland-Dollar (NZD) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen schwächen den NZD dagegen tendenziell.
Die Beschäftigung ist für die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) wichtig, weil ein angespannter Arbeitsmarkt die Inflation anheizen kann. Das Ziel der RBNZ eines „höchstmöglichen nachhaltigen Beschäftigungsniveaus“ ist definiert als die größtmögliche Auslastung des Arbeitskräftepotenzials, die sich auf Dauer aufrechterhalten lässt, ohne die Inflation zu beschleunigen. „Wenn die Beschäftigung ihr höchstmögliches nachhaltiges Niveau erreicht hat, ist die Inflation niedrig und stabil. Liegt die Beschäftigung jedoch zu lange über diesem Niveau, führt dies letztlich dazu, dass die Preise immer schneller steigen. Der MPC muss dann die Zinsen anheben, um die Inflation unter Kontrolle zu halten“, erklärt die Zentralbank.
In extremen Situationen kann die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ein geldpolitisches Instrument namens quantitative Lockerung einsetzen. Bei der quantitativen Lockerung (QE) schöpft die RBNZ Geld in Landeswährung und kauft damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten. Ziel ist es, die inländische Geldmenge zu erhöhen und die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln. QE führt üblicherweise zu einem schwächeren Neuseeland-Dollar (NZD). Es ist das letzte Mittel, wenn eine bloße Senkung der Zinsen die Ziele der Zentralbank voraussichtlich nicht erreichen würde. Die RBNZ setzte dieses Instrument während der Covid-19-Pandemie ein.