Tägliches Finanzfrühstück 30. Oktober 2026: US-BIP wächst um 3,4 %, während Binance ein mögliches Sicherheitsproblem untersucht

Marktnachrichten heute: Das Wichtigste im Überblick

  • Das US-BIP wuchs im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,4 % und übertraf damit die Prognose von 3,2 %. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum noch 2,2 % betragen.
  • Binance untersuchte einen mutmaßlichen Sicherheitsvorfall, nachdem 2,77 Milliarden US-Dollar aus als Hot Wallets gekennzeichneten Wallets transferiert worden waren. Die Börse erklärte, die Kundengelder seien sicher.
  • WTI notierte angesichts von Berichten über Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus über 103 US-Dollar je Barrel. Unterdessen bekannten sich die Huthi zu sechs Angriffen auf Ziele in Saudi-Arabien.
  • ING berichtete von europäischen Erdgaspreisen über 100 €/MWh, da die Störungen der LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf anhielten und die Gasspeicher in der EU zu knapp 75 % gefüllt waren.
  • Die Bank of Japan beließ ihren kurzfristigen Zinssatz bei 1,25 % und signalisierte, dass der zugrunde liegende Preisdruck ihr Inflationsziel von 2 % erreicht habe.
  • Die EZB beließ ihren Einlagensatz nach einer Debatte über eine Anhebung einstimmig bei 2,50 %. Joachim Nagel erklärte, sie werde bei Bedarf entschlossen handeln, um die Preisstabilität wiederherzustellen.
  • Das BIP der Eurozone wuchs im dritten Quartal laut vorläufigen Daten von Eurostat um 0,4 % und übertraf damit die Schätzungen von 0,2 %.
  • ICE vereinbarte eine Partnerschaft mit trade[XYZ] und eine Beteiligung an dem Unternehmen für einen geplanten US-Handelsplatz für Perpetual Futures, vorbehaltlich der Genehmigung durch die CFTC.
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Marktentwicklungen

US-Aktienfutures

Am Freitag gaben die Dow-Jones-Futures um 0,05 % auf rund 52.490 nach. Die S&P-500-Futures fielen um 0,90 % auf etwa 7.680, während die Nasdaq-100-Futures mehr als 2 % auf rund 28.960 verloren.

Devisen

Das britische Pfund legte am Freitag den dritten Tag in Folge gegenüber dem US-Dollar zu, notierte im asiatischen Handel bei etwa 1,3400 und testete später Sechswochenhochs. AUD/USD stieg leicht auf rund 0,7035. Am Donnerstag hatte EUR/USD mit 1,1105 ein 17-Monats-Tief erreicht, bevor das Währungspaar bei etwa 1,1120 notierte und zu diesem Zeitpunkt 0,28 % im Minus lag.

Gold

Gold verlor am Donnerstag mehr als 1 % und notierte bei 4.019 US-Dollar, nachdem es zuvor 4.069 US-Dollar erreicht hatte. Am frühen Freitag lag der Preis bei rund 4.015 US-Dollar, bevor er im weiteren Berichtszeitraum unter 4.000 US-Dollar fiel.

Die wichtigsten Meldungen

US-BIP-Wachstum beschleunigt sich im dritten Quartal auf 3,4 %

Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,4 %, wie das Bureau of Economic Analysis am Donnerstag in seiner ersten Schätzung mitteilte. Das Wachstum übertraf die Marktprognose von 3,2 % und beschleunigte sich gegenüber dem im zweiten Quartal verzeichneten Zuwachs von 2,2 %.

Binance untersucht mutmaßlichen Sicherheitsvorfall, während Krypto-Liquidationen 1,50 Milliarden US-Dollar übersteigen

Binance erklärte, ein mögliches Sicherheitsproblem mit Hochdruck zu untersuchen, nachdem On-Chain-Daten am Donnerstag Transfers von 2,77 Milliarden US-Dollar über fünf Blockchains hinweg gezeigt hatten. Die Gelder waren von Adressen, die als Hot Wallets der Börse gekennzeichnet waren, an nicht bestätigte Wallets geflossen. Gründer und ehemaliger Vorstandschef Changpeng Zhao sagte, ein Hackerangriff erscheine wahrscheinlich, betonte jedoch zugleich, dass die Kundengelder sicher seien.

Spätere Berichte bezifferten die möglicherweise betroffenen Bestände neben anderen Vermögenswerten auf 1,45 Milliarden US-Dollar in Bitcoin und 875 Millionen US-Dollar in Ethereum sowie die Abflüsse auf fast 6 Milliarden US-Dollar. Binance erklärte, mit Unterstützung von Stablecoin-Emittenten Krypto-Vermögenswerte im Wert von 3 Milliarden US-Dollar eingefroren zu haben und mit Strafverfolgungsbehörden, Blockchain-Analysefirmen und Branchenpartnern zusammenzuarbeiten, um weitere Vermögenswerte aufzuspüren und einzufrieren. Die Börse betonte weiterhin, dass die Kundengelder sicher seien.

Erste Angaben bezifferten die von Tether beziehungsweise Circle eingefrorenen Beträge auf 971 Millionen und 873 Millionen US-Dollar. In späteren, separaten Beiträgen berichtete Tether-Chef Paolo Ardoino von eingefrorenen USDT im Wert von 1,567 Milliarden US-Dollar, während Circle-Mitgründer Jeremy Allaire 800 Millionen US-Dollar in USDC nannte. Diese separat veröffentlichten Zahlen lieferten keine abgestimmte Aufschlüsselung der von Binance gemeldeten 3 Milliarden US-Dollar.

Bitcoin und Ethereum fielen zunächst unter 80.000 beziehungsweise 2.300 US-Dollar. Laut CoinGlass wurden innerhalb einer Stunde Positionen im Wert von rund 600 Millionen US-Dollar liquidiert. Bis zum frühen Freitag überstiegen die Liquidationen innerhalb von 24 Stunden 1,50 Milliarden US-Dollar. Bitcoin war nach einem Rückgang um 4 % am Donnerstag unter 77.000 US-Dollar gefallen. Im späteren Freitagsverlauf notierte Bitcoin bei etwa 78.000 US-Dollar und Ethereum bei rund 2.200 US-Dollar.

Energie & Geopolitik

WTI notiert angesichts von Berichten über Angriffe in der Straße von Hormus über 103 US-Dollar

WTI-Rohöl legte am Freitag den dritten Tag in Folge zu und notierte über 103 US-Dollar je Barrel nahe einem Fünfmonatshoch. Berichte über neue Angriffe auf Schiffe, die die Straße von Hormus zu passieren versuchten, schürten erneut Sorgen über Versorgungsunterbrechungen. Zuvor hatte die US-Referenzsorte im asiatischen Handel bei etwa 101,85 US-Dollar und zu Beginn des europäischen Handels bei 102,20 US-Dollar gelegen.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen erklärten am Donnerstag, sechs Raketen- und Drohnenangriffe auf Ölanlagen, Flughäfen und eine Militärstellung in Saudi-Arabien verübt zu haben, wie Xinhua berichtete. Zu den von ihnen genannten Angriffszielen gehörte die Raffinerie Ras Tanura.

Rabobank-Stratege Bas van Geffen sagte, die Ölpreise hätten ihren höchsten Stand seit April erreicht. Die Bank schätzte zudem, dass infolge der Kriege im Iran und in der Ukraine fast 12 % der weltweiten Raffineriekapazitäten für Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe ausgefallen seien.

ING meldet europäische Gaspreise über 100 €/MWh bei anhaltenden LNG-Lieferstörungen

Die europäischen TTF-Erdgaspreise seien erstmals seit 2022 über 100 €/MWh gestiegen, erklärte Warren Patterson von ING. Gestörte LNG-Lieferströme aus dem Persischen Golf und Ausfälle in Norwegen verknappten das Angebot vor dem Winter 2026/27.

Berichten zufolge hatte QatarEnergy die Berufung auf höhere Gewalt gegenüber mehreren Abnehmern bis zum Jahresende verlängert. Die Gasspeicher in der EU waren zu knapp 75 % gefüllt. Zugleich deuteten Prognosen für Nordwesteuropa ab der folgenden Woche auf kälteres Wetter als üblich hin.

Patterson zufolge begünstigten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Stromsektor bereits einen Wechsel von Gas zu Kohle. Auch die industrielle Nachfrage zeige Anzeichen einer Abschwächung, unter anderem durch einen geringeren Gasverbrauch europäischer Chemieproduzenten. Investmentfonds erhöhten ihre Netto-Long-Position in TTF in der jüngsten Berichtswoche um 14,3 TWh auf 207,4 TWh. Die Brutto-Long-Positionen stiegen um etwas mehr als 20 TWh, während auch die Brutto-Short-Positionen leicht zunahmen.

Zentralbanken & Konjunkturdaten

Bank of Japan hält Zinssatz bei 1,25 %, während zugrunde liegende Inflation das Ziel erreicht

Die Bank of Japan beließ ihren kurzfristigen Zinssatz am Freitag nach einer Anhebung im September unverändert bei 1,25 %. Laut Michael Pfister von der Commerzbank deutete ihre Erklärung erstmals darauf hin, dass der zugrunde liegende Preisdruck das Inflationsziel von 2 % erreicht habe.

Die Notenbank bezeichnete die Finanzierungsbedingungen weiterhin als akkommodierend und bekräftigte, den Leitzins weiter anheben und den geldpolitischen Lockerungsgrad anpassen zu wollen, erklärte Prashant Newnaha von TD Securities. In ihrer Einschätzung hob sie die angespannte Arbeitsmarktlage sowie Inflationsrisiken im Zusammenhang mit Löhnen, Wechselkursentwicklungen und KI-bedingter Nachfrage hervor.

Der Yen wertete nach der Entscheidung auf. USD/JPY fiel den dritten Tag in Folge und entfernte sich im asiatischen Handel weiter nach unten vom Bereich um 157,50. EUR/JPY beendete unterdessen eine zweitägige Gewinnserie und notierte bei etwa 176,10.

EZB hält Einlagensatz nach Debatte über Anhebung bei 2,50 %

Die Europäische Zentralbank beließ ihre drei Leitzinsen am Donnerstag einstimmig unverändert. Der Einlagensatz blieb bei 2,50 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 %. Präsidentin Christine Lagarde erklärte, die Ratsmitglieder hätten über eine Anhebung diskutiert, ein maßvolles Vorgehen jedoch für angemessen gehalten. Damit blieb eine weitere Anhebung im Dezember möglich, ohne dass sich die EZB auf einen Zinspfad festlegte.

Die Energiepreise hatten die Annahmen des Basisszenarios der EZB übertroffen und stellten damit Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum dar. Die Notenbank erklärte, die zugrunde liegende Inflation sei weitgehend stabil geblieben, bei den Löhnen sei keine wesentliche Zweitrundenreaktion auf den Energieschock zu erkennen gewesen, und die längerfristigen Inflationserwartungen lägen weiterhin nahe 2 %. Ihr Lohnindikator deutete für die verbleibenden Monate des Jahres 2026 auf ein Tariflohnwachstum von 2,5 % bis 2,8 % hin.

Lagarde verwies auf erneuten Aufwärtsdruck in Daten zu den frühen Stufen der Preisbildungskette und auf stärkere indirekte Auswirkungen der Energiekosten. Zusätzliche Zweitrundeneffekte über die bereits in den bestehenden Projektionen berücksichtigten hinaus seien jedoch nicht erkennbar. Die Gesamtinflation werde in den kommenden Quartalen deutlich über dem Zielwert bleiben, sagte sie. Höhere Finanzierungskosten, schwächeres Vertrauen, fiskalpolitische Unsicherheit und straffere Finanzierungsbedingungen belasteten die Nachfrage. KI-Investitionen, Staatsausgaben und eine mögliche Erholung der Exporte stützten hingegen die Wirtschaftsaktivität.

Bas van Geffen von der Rabobank verwies auf anonym offengelegte interne Schätzungen, denen zufolge der jüngste Anstieg der Anleiherenditen das Wachstum 2027–2028 gegenüber dem Basisszenario vom September um rund 1 Prozentpunkt und die Inflation um 90 Basispunkte verringern würde. Unabhängig davon sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel am Freitag gegenüber Bloomberg, die EZB werde bei Bedarf entschlossen handeln, um die Inflation wieder auf den Zielwert zu bringen. Höhere Energiekosten bezeichnete er als einen wesentlichen Faktor für den erneuten Anstieg der Verbraucherpreise.

Der EZB-Rat gab außerdem bekannt, dass Lagarde im Februar 2027 zurücktreten werde. Francesco Pesole von ING nannte den 7. Februar als Datum ihres Ausscheidens und bezeichnete Pablo Hernández de Cos sowie Klaas Knot als führende Kandidaten für ihre Nachfolge.

BIP-Wachstum der Eurozone übertrifft im dritten Quartal mit 0,4 % die Schätzungen

Das BIP der Eurozone wuchs im dritten Quartal um 0,4 %, wie aus der am Freitag veröffentlichten vorläufigen Schätzung von Eurostat hervorging. Der Wert übertraf die Schätzungen von 0,2 %.

Finanzbranche

ICE vereinbart Partnerschaft mit trade[XYZ] für US-Perpetual-Futures

Intercontinental Exchange gab eine verbindliche Vereinbarung mit trade[XYZ] bekannt, um US-Kunden Zugang zu auf Hyperliquid basierenden Märkten für Perpetual Futures zu ermöglichen. Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Commodity Futures Trading Commission. ICE würde die regulierten Märkte von trade[XYZ] exklusiv betreiben und eine strategische Beteiligung an dem Unternehmen eingehen.

Der geplante eigenständige US-Handelsplatz würde rund um die Uhr Zugang zu Perpetual-Kontrakten bieten. Investor Stan Druckenmiller erklärte auf X, er habe im Anschluss an die Partnerschaft in trade[XYZ] investiert. Der HYPE-Token von Hyperliquid stieg am Donnerstag um 17 %.

Bevorstehende wichtige Termine

  • Geldpolitische Entscheidung der Bank of England: Die nächste geldpolitische Entscheidung der Bank of England ist für die Woche nach dem 30. Oktober geplant.
  • Geldpolitische Sitzung der Federal Reserve (9. Dezember 2026): Die Federal Reserve hält ihre geldpolitische Dezembersitzung ab.

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