
EUR/USD hält am Dienstag im US-Handel an moderaten Gewinnen fest, da der US-Dollar (USD) nach seinem jüngsten Rückgang kaum Auftrieb erhält. Die Stimmung gegenüber dem Euro (EUR) bleibt angesichts der finanzpolitischen und politischen Schwierigkeiten Frankreichs jedoch fragil, was das Aufwärtspotenzial des Währungspaars begrenzt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar bei rund 1,1223 und damit 0,10 % höher als am Vortag.

Der US-Dollar steht weiterhin unter Druck, da die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren jüngsten Höchstständen zurückfallen. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,76 und damit 0,23 % niedriger als am Vortag. In der vergangenen Woche hatte er sich der Marke von 103 genähert und damit den höchsten Stand seit April 2025 erreicht. Die Rendite der als Referenz geltenden zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt unterdessen bei rund 5,08 %, nachdem sie Anfang dieses Monats noch etwa 5,36 % betragen hatte.
Das Abwärtspotenzial des US-Dollar und der US-Staatsanleiherenditen scheint jedoch begrenzt. Denn die durch steigende Energiekosten erhöhten Inflationsrisiken verstärken die Erwartung, dass die Fed vor Jahresende eine weitere Zinserhöhung vornehmen könnte. Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg am Dienstag in Richtung 100 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Angriffe der Huthi auf die saudische Energieinfrastruktur und die Zunahme von Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus schüren Sorgen über Lieferausfälle.
Dennoch erwarten Händler, dass die Fed auf ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober nach der Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September eine Pause einlegt. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Reuters-Umfrage rechnen 94 von 100 Ökonomen damit, dass die Zinsen in diesem Monat unverändert bei 3,75 % bis 4,00 % bleiben. Alle Befragten prognostizieren hingegen eine Erhöhung im Dezember.
Auf europäischer Seite sorgt die Beruhigung der Lage in Frankreich für etwas Entlastung, nachdem die Behörden infolge landesweiter Proteste Ausgangssperren verhängt hatten. Im Fokus bleiben jedoch der Haushaltsentwurf des Landes für 2027 und die Frage, ob sich die Abgeordneten auf Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Finanzen einigen können.
Geldpolitisch bleiben weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts energiepreisbedingter Inflationsrisiken eine Option, da die Inflation weiterhin über dem Zielwert von 2 % liegt. Die Zentralbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal angehoben. Ökonomen rechnen nach einer Pause im Oktober überwiegend mit einer weiteren Erhöhung im Dezember.
Steigende Kreditkosten bergen jedoch auch Risiken für das Wachstum. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte am Samstag: „Während sich das Wachstum als widerstandsfähig erwiesen hat, haben sich die Finanzierungsbedingungen verschärft.“ Ihre Äußerungen verdeutlichen, wie schwierig es ist, die energiepreisbedingte Inflation zu bekämpfen und gleichzeitig die Wirtschaftstätigkeit zu schützen.
Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | -0,18 % | -0,66 % | -0,39 % | -0,50 % | -0,32 % | -0,45 % | -0,51 % | |
| EUR | 0,18 % | -0,50 % | -0,21 % | -0,32 % | -0,11 % | -0,27 % | -0,33 % | |
| GBP | 0,66 % | 0,50 % | 0,30 % | 0,18 % | 0,40 % | 0,26 % | 0,16 % | |
| JPY | 0,39 % | 0,21 % | -0,30 % | -0,13 % | 0,08 % | -0,09 % | -0,14 % | |
| CAD | 0,50 % | 0,32 % | -0,18 % | 0,13 % | 0,20 % | 0,05 % | -0,02 % | |
| AUD | 0,32 % | 0,11 % | -0,40 % | -0,08 % | -0,20 % | -0,16 % | -0,21 % | |
| NZD | 0,45 % | 0,27 % | -0,26 % | 0,09 % | -0,05 % | 0,16 % | -0,06 % | |
| CHF | 0,51 % | 0,33 % | -0,16 % | 0,14 % | 0,02 % | 0,21 % | 0,06 % |
Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen im Verhältnis zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den Euro auswählen und in derselben Zeile nach rechts bis zum US-Dollar gehen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von EUR (Basiswährung)/USD (Kurswährung).