Einzelhandelsumsätze in Deutschland sinken im September um 2,0 %, erwartet waren 0,4 %

Die deutschen Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für die Verbraucherausgaben, sind im September überraschend gesunken. Nach offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gingen sie gegenüber dem Vormonat um 2,0 % zurück, während ein Anstieg um 0,4 % erwartet worden war. Im August hatten die Einzelhandelsumsätze um 1,2 % zugelegt (revidiert von 1,3 %).



Häufig gestellte Fragen zum Euro

Der Euro ist die Währung der 20 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die dem Euroraum angehören. Nach dem US-Dollar ist er die weltweit am zweithäufigsten gehandelte Währung. Im Jahr 2022 entfielen 31 % aller Devisentransaktionen auf den Euro, bei einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von über 2,2 Billionen US-Dollar. EUR/USD ist mit einem geschätzten Anteil von 30 % an allen Transaktionen das weltweit meistgehandelte Währungspaar, gefolgt von EUR/JPY (4 %), EUR/GBP (3 %) und EUR/AUD (2 %).

Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Zentralbank des Euroraums. Sie legt die Leitzinsen fest und steuert die Geldpolitik. Das vorrangige Mandat der EZB besteht darin, Preisstabilität zu gewährleisten. Dazu muss sie entweder die Inflation eindämmen oder das Wachstum ankurbeln. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Leitzinsen. Relativ hohe Zinsen – oder die Erwartung höherer Zinsen – stützen in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft seine geldpolitischen Entscheidungen auf Sitzungen, die achtmal im Jahr stattfinden. An den Entscheidungen sind die Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euroraums sowie sechs ständige Mitglieder beteiligt, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Die anhand des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Inflationsdaten des Euroraums sind eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl für den Euro. Steigt die Inflation stärker als erwartet, insbesondere über das Inflationsziel der EZB von 2 %, muss die EZB die Zinsen anheben, um die Teuerung wieder unter Kontrolle zu bringen. Ein im Vergleich zu anderen Währungsräumen relativ hohes Zinsniveau stützt in der Regel den Euro, da es die Region für internationale Anleger als Anlageort attraktiver macht.

Veröffentlichte Konjunkturdaten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können sich auf den Euro auswirken. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zur Verbraucherstimmung können die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den Euro. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die EZB auch zu Zinserhöhungen veranlassen, die den Euro unmittelbar stärken. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der Euro nachgeben. Besonders bedeutsam sind die Konjunkturdaten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien), da auf sie 75 % der Wirtschaftsleistung des Euroraums entfallen.

Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für den Euro ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Exporteinnahmen und den Importausgaben eines Landes über einen bestimmten Zeitraum. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, gewinnt seine Währung allein durch die zusätzliche Nachfrage ausländischer Käufer an Wert, die diese Waren erwerben möchten. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher eine Währung, während ein Handelsbilanzdefizit sie schwächt.

TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights