
USD/JPY verliert am Donnerstag nahezu 0,65 % und steuert damit auf den größten Tagesverlust seit einem Monat zu. Zunehmende Sorgen um Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) belasten die globalen Aktienmärkte und trüben die Risikostimmung. Dies sorgt für erneute Nachfrage nach dem japanischen Yen (JPY) als sicherem Hafen, der auf breiter Front stärker tendiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Währungspaar bei rund 157 und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 30. September.

Der Yen erholt sich trotz einer moderaten Gegenbewegung des US-Dollars (USD). Da die USA im Zentrum des KI-Investitionsbooms stehen, scheinen Händler den Yen gegenüber dem US-Dollar zu bevorzugen. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,75, nachdem er mit 101,45 ein Dreiwochentief erreicht hatte.
Gleichzeitig treibt die Risikoaversion die Nachfrage nach Staatsanleihen an und drückt die Renditen in den großen Volkswirtschaften. Der schrumpfende Renditeabstand zwischen den USA und Japan stützt den Yen zusätzlich. Die als Referenz dienende Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 5,04 % und damit im Tagesverlauf 1 % niedriger. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen notiert unterdessen bei etwa 2,86 %, was einem Tagesrückgang von 0,50 % entspricht.
Das Aufwärtspotenzial des Yen könnte jedoch begrenzt bleiben, da der Renditeabstand zwischen den USA und Japan weiterhin groß ist und Sorgen über Japans hohe Schuldenlast die Währung nach wie vor belasten. Zugleich dürfte die schrittweise geldpolitische Straffung der Bank of Japan (BoJ) wenig dazu beitragen, den Zinsabstand zu anderen großen Volkswirtschaften zu verringern. Deren Zentralbanken halten angesichts energiebedingter Inflationsrisiken infolge des Nahostkonflikts an einem restriktiven Kurs fest.
Die Analysten von Standard Chartered erwarten, dass die Bank of Japan auf ihrer Sitzung Ende Oktober die Zinsen unverändert lässt: „Wir gehen davon aus, dass die Bank of Japan (BoJ) nach der Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September den Leitzins auf ihrer Sitzung am 29. und 30. Oktober unverändert bei 1,25 % belassen wird.“ Sie rechnen jedoch damit, dass die Währungshüter „einen klar restriktiven Ton beibehalten“, und merken an: „Die Debatte verlagert sich zunehmend von der Frage, ob die BoJ die Zinsen erneut erhöhen wird, hin zu der Frage, wann die nächste Erhöhung erfolgt.“ Zwar halten sie eine Zinserhöhung inzwischen bereits auf der Dezember-Sitzung für möglich,
doch Standard Chartered betont: „Unser Basisszenario bleibt eine nächste Zinserhöhung im Januar 2027.“ Die Bank argumentiert zudem, dass die BoJ einen Anreiz habe, die schrittweise Normalisierung voranzutreiben, denn „die BoJ hat einen Anreiz, die geldpolitische Normalisierung fortzusetzen, um die Renditedifferenzen zu stützen und das Risiko einer erneuten JPY-Schwäche zu verringern, insbesondere wenn die Fed die Straffung wieder aufnimmt oder länger als erwartet an einem restriktiven geldpolitischen Kurs festhält“.
Auch von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird weithin erwartet, dass sie die Zinsen in der kommenden Woche unverändert lässt, nachdem sie diese im September um 25 Basispunkte angehoben hatte. Da die Währungshüter jedoch weiterhin darauf fokussiert sind, die Inflation auf das Ziel von 2 % zurückzuführen, preisen Händler eine weitere Zinserhöhung im Dezember nahezu vollständig ein. Das CME FedWatch Tool beziffert die Wahrscheinlichkeit dafür auf rund 89 %.
Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des japanischen Yen (JPY) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten legte der japanische Yen gegenüber dem neuseeländischen Dollar zu.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | 0,19 % | 0,13 % | -0,66 % | -0,17 % | 0,14 % | 0,40 % | -0,20 % | |
| EUR | -0,19 % | -0,08 % | -0,85 % | -0,40 % | -0,05 % | 0,21 % | -0,41 % | |
| GBP | -0,13 % | 0,08 % | -0,78 % | -0,34 % | 0,00 % | 0,27 % | -0,33 % | |
| JPY | 0,66 % | 0,85 % | 0,78 % | 0,48 % | 0,81 % | 1,04 % | 0,46 % | |
| CAD | 0,17 % | 0,40 % | 0,34 % | -0,48 % | 0,33 % | 0,60 % | -0,02 % | |
| AUD | -0,14 % | 0,05 % | -0,01 % | -0,81 % | -0,33 % | 0,25 % | -0,35 % | |
| NZD | -0,40 % | -0,21 % | -0,27 % | -1,04 % | -0,60 % | -0,25 % | -0,57 % | |
| CHF | 0,20 % | 0,41 % | 0,33 % | -0,46 % | 0,02 % | 0,35 % | 0,57 % |
Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen im Verhältnis zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den japanischen Yen auswählen und der Zeile horizontal bis zum US-Dollar folgen, zeigt die prozentuale Veränderung im entsprechenden Feld die Entwicklung von JPY (Basiswährung)/USD (Kurswährung).