Neuseeland-Dollar setzt Erholung in Richtung 0,5650 angesichts restriktiver RBNZ-Signale fort

  • NZD/USD erholt sich weiter auf knapp 0,5650, gestützt durch Erwartungen einer restriktiven RBNZ-Politik.
  • Laut OCBC war die Entscheidung der RBNZ vom Mittwoch, die Zinsen unverändert zu lassen, eine vorübergehende Pause.
  • Der US-Dollar notiert vor den US-Zwischenwahlen schwächer.

Der Neuseeland-Dollar (NZD) setzt seine am Donnerstag begonnene Erholung gegenüber dem US-Dollar (USD) am Freitag im europäischen Handel auf knapp 0,5650 fort. Das Währungspaar legt zu, da die Finanzmärkte davon ausgehen, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ihren geldpolitischen Straffungskurs fortsetzen wird, nachdem sie den Leitzins, die Official Cash Rate (OCR), am Mittwoch unverändert bei 2,75 % belassen hatte.

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Es war erwartet worden, dass die RBNZ die OCR um 25 Basispunkte auf 3 % anheben würde. Ihre Entscheidung, den Status quo beizubehalten, belastete die neuseeländische Währung jedoch stark.

Kiwi stabilisiert sich: RBNZ-Pause gilt als vorübergehend, Abwärtspotenzial des NZD nahe 0,5600 begrenzt

Analysten von OCBC weisen darauf hin, dass die Entscheidung der Reserve Bank of New Zealand, die OCR unverändert zu lassen, nicht einstimmig fiel. „Gouverneurin Anna Breman“ schloss sich der Mehrheit an, die für unveränderte Zinsen stimmte, während „Chefvolkswirt Paul Conway eine Anhebung befürwortete“. Sie betonen, die Mehrheit im Ausschuss habe es „vorgezogen, den Zinserhöhungen vom Juli und September mehr Zeit zu geben, ihre Wirkung in der Wirtschaft zu entfalten, zumal die Binnennachfrage weiterhin verhalten ist“.

OCBC betont, der Schritt sei „eher als Pause denn als geldpolitische Lockerungswende“ zu verstehen. Die Analysten erklären: „Die RBNZ hat mitgeteilt, dass eine straffere Geldpolitik voraussichtlich erforderlich sein wird, der Zeitpunkt jedoch weiterhin von den Daten abhängt“, und „der Fokus richtet sich nun auf Dezember“. Die Bank bekräftigt ihren geldpolitischen Ausblick: „Wir erwarten weiterhin zwei weitere Zinserhöhungen, im Dezember und im ersten Quartal 2027, was das weitere Abwärtspotenzial des NZD begrenzen dürfte.“ Zum Währungspaar ergänzt OCBC: „Bei NZD/USD bleibt 0,5600 kurzfristig die entscheidende Marke, nachdem sie im Umfeld der Entscheidung getestet wurde.“

Unterdessen steht der US-Dollar zum Wochenausklang unter Druck. Im weiteren Verlauf werden Meldungen zu den für Dienstag angesetzten Zwischenwahlen erheblichen Einfluss haben.

Analysten von ING stellen fest: „Erneuter Druck auf Technologieaktien hat Käufe von US-Staatsanleihen als sichere Häfen ausgelöst und den Dollar belastet, da auch die Renditen am kurzen Ende nachgaben.“ Zwar betonen sie, dass „die Bewegungen sowohl bei Aktien als auch am Devisenmarkt begrenzt bleiben“, doch die Entwicklung sei „eine Erinnerung daran, dass die schwankende Stimmung rund um KI für den Greenback weiterhin Abwärtsrisiken birgt“.

Zugleich weist ING darauf hin: „Solange Technologieaktien nicht die Schlagzeilen dominieren, hat der Dollar keine Schwierigkeiten, Käufer anzuziehen.“ Die Analysten ergänzen: „Wir glauben nicht, dass die FOMC-Sitzung vom Mittwoch daran etwas geändert hat.“ Die Bank hebt hervor: „Die gestrigen US-Daten sprachen eher für eine restriktive Geldpolitik: Das Wachstum im dritten Quartal lag mit 3,4 % leicht über der Konsensprognose, und der PCE-Kernpreisindex stieg im September um 0,3 % gegenüber dem Vormonat – genug, um die US-Notenbank Federal Reserve in erhöhter Alarmbereitschaft zu halten.“

Mit Blick auf den weiteren Verlauf erklärt ING: „Das Hauptrisiko für den Dollar besteht heute in einem vorsorglichen Abbau von Netto-Long-Positionen vor den US-Zwischenwahlen am Dienstag.“ Die Analysten stellen fest: „An den Prognosemärkten wird ein umfassender Sieg der Demokraten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 68 % gehandelt. Dies könnte aus mehreren Gründen als leicht negativ für den US-Dollar gewertet werden: vom höheren Risiko eines Regierungsstillstands und festgefahrener Verhandlungen über die Schuldenobergrenze bis hin zu einer möglichen Belastung der ohnehin fragilen Stimmung im KI-Bereich.“ Vor diesem Hintergrund kommt ING zu dem Schluss: „Wir wären in den nächsten Tagen vorsichtig damit, auf weitere USD-Kursgewinne aufzuspringen.“

Technische Analyse zu NZD/USD

Im Tageschart notiert NZD/USD bei 0,5644 und behält kurzfristig eine bärische Tendenz bei, da der Kassakurs unter dem exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 0,5659 gedeckelt bleibt. Das Paar hat Schwierigkeiten, die jüngste Erholung aufrechtzuerhalten, und notiert weiterhin unter diesem kurzfristigen Trendfilter. Zugleich signalisiert der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 45 lediglich eine moderate Dynamik ohne klare Richtung, die der vorherrschenden Abwärtstendenz kaum entgegenwirkt.

Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am 20-Tage-EMA bei 0,5659. Er bildet die erste Hürde, die die Bullen überwinden müssten, um den Abwärtsdruck zu verringern und den Weg für eine nachhaltigere Erholung zu ebnen. Solange NZD/USD unter dieser Marke notiert, überwiegt das Risiko einer weiteren Konsolidierung oder einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Dabei dürften untertägige Kursanstiege im Bereich des gleitenden Durchschnitts auf Verkaufsinteresse stoßen.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zur RBNZ

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ist die Zentralbank Neuseelands. Ihre wirtschaftspolitischen Ziele sind die Erreichung und Wahrung von Preisstabilität – diese gilt als erreicht, wenn die am Verbraucherpreisindex (CPI) gemessene Inflation innerhalb einer Spanne von 1 % bis 3 % liegt – sowie die Förderung eines höchstmöglichen nachhaltigen Beschäftigungsniveaus.

Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) legt entsprechend seinen Zielen die angemessene Höhe des Leitzinses, der Official Cash Rate (OCR), fest. Liegt die Inflation über dem Zielwert, versucht die Bank, sie durch eine Anhebung der OCR einzudämmen. Dadurch verteuern sich Kredite für private Haushalte und Unternehmen, was die Wirtschaft abkühlt. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den Neuseeland-Dollar (NZD) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen hingegen schwächen tendenziell den NZD.

Die Beschäftigung ist für die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) wichtig, weil ein angespannter Arbeitsmarkt die Inflation anheizen kann. Das Ziel der RBNZ eines „höchstmöglichen nachhaltigen Beschäftigungsniveaus“ bezeichnet die größtmögliche Auslastung des Arbeitskräftepotenzials, die sich dauerhaft aufrechterhalten lässt, ohne die Inflation zu beschleunigen. „Wenn die Beschäftigung ihr höchstmögliches nachhaltiges Niveau erreicht hat, ist die Inflation niedrig und stabil. Liegt die Beschäftigung jedoch zu lange über diesem Niveau, führt dies letztlich dazu, dass die Preise immer schneller steigen. Dann muss der MPC die Zinsen anheben, um die Inflation unter Kontrolle zu halten“, erklärt die Bank.

In Extremsituationen kann die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf ein geldpolitisches Instrument namens quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) zurückgreifen. Dabei schöpft die RBNZ Geld in der Landeswährung und kauft damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten. Ziel ist es, die inländische Geldmenge zu erhöhen und die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln. QE führt üblicherweise zu einem schwächeren Neuseeland-Dollar (NZD). Es ist ein letztes Mittel, wenn eine bloße Zinssenkung voraussichtlich nicht ausreicht, um die Ziele der Zentralbank zu erreichen. Die RBNZ setzte dieses Instrument während der Covid-19-Pandemie ein.