Neuseeland-Dollar blickt nach Zinspausen beider Notenbanken auf US-Daten

  • NZD/USD fällt erstmals seit dem 15. Oktober unter 0,5600 und erholt sich anschließend.
  • Auch die Fed hält die Zinsen stabil, womit das US-Zinsniveau 1,00–1,25 Prozentpunkte über dem neuseeländischen bleibt.
  • US-Wachstums- und Preisdaten stehen am Donnerstag vor den neuseeländischen Stimmungsdaten an.

Die beiden für NZD/USD maßgeblichen Zentralbanken ließen ihre Zinsen am Mittwoch unverändert. Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hielt den Leitzins bei 2,75 %, obwohl eine Zinserhöhung mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 90 % eingepreist war. Nach der Entscheidung der RBNZ fiel NZD/USD erstmals seit dem 15. Oktober unter 0,5600. Seit diesem Tief hat sich das Währungspaar wieder auf knapp über 0,5600 erholt.

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Die Abstimmung fiel mit 4 zu 3 Stimmen aus. RBNZ-Gouverneurin Breman gehörte zu den vier Mitgliedern, die für unveränderte Zinsen stimmten. Alle fünf großen Banken Neuseelands hatten eine dritte Zinserhöhung in Folge prognostiziert. Durch die Entscheidung liegt der neuseeländische Leitzins nun einen Viertelprozentpunkt unter dem von den Händlern erwarteten Niveau. In ihrer Erklärung bezeichnete die RBNZ eine Straffung der Geldpolitik weiterhin als wahrscheinlich, obwohl der Ausschuss gerade dagegen gestimmt hatte.

Die Fed hielt ihren Leitzins im späteren Handelsverlauf bei 3,75 %–4,00 %. Damit liegt das US-Zinsniveau weiterhin 1,00–1,25 Prozentpunkte über dem neuseeländischen. Fed-Chef Warsh wollte nicht über die Dezemberentscheidung spekulieren und erklärte, er greife den Sitzungen nicht vor. Während seiner Äußerungen legte NZD/USD leicht zu. Der Großteil der Erholung vom Tief nach der RBNZ-Entscheidung hatte jedoch bereits vor dem Fed-Beschluss stattgefunden.

Im Wirtschaftskalender

Für die am Donnerstag um 12:30 Uhr GMT anstehenden US-Daten wird bei den privaten Konsumausgaben im September ein Anstieg um 0,6 % nach 0,9 % erwartet. Die Einkommen dürften um 0,3 % nach 0,2 % gestiegen sein. Am Freitag folgt um 13:45 Uhr GMT der Chicagoer Einkaufsmanagerindex (PMI), der bei 56,1 nach 58,8 erwartet wird. Beide Veröffentlichungen fließen in die Dezemberentscheidung der Fed ein und sind damit für die US-Seite der Zinsdifferenz bei NZD/USD relevant.

Der ANZ-Roy-Morgan-Verbrauchervertrauensindex für Oktober wird am Donnerstag um 21:00 Uhr GMT veröffentlicht. Zuletzt lag er bei 97,6. Es ist die erste neuseeländische Datenveröffentlichung seit der Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen. Die nächste Zinsentscheidung der RBNZ steht im Dezember an. Für eine Zinserhöhung müsste dann eines der vier Mitglieder, die für unveränderte Zinsen stimmten, seine Haltung ändern.

Charttechnischer Ausblick

Der Rückgang am Mittwoch machte mehr als vier Fünftel des Anstiegs vom Tief am 14. Oktober knapp über 0,5550 bis zum Hoch am 22. Oktober knapp über 0,5700 zunichte. NZD/USD befindet sich wieder innerhalb der Handelsspanne unterhalb von 0,5650, in der sich das Währungspaar vom 1. bis zum 15. Oktober bewegt hatte. Der exponentielle gleitende 50-Tage-Durchschnitt (EMA) liegt knapp über 0,5700, der 200-Tage-EMA knapp unter 0,5800.


NZD/USD-Tageschart

Häufig gestellte Fragen zum Neuseeland-Dollar

Der Neuseeland-Dollar (NZD), auch als Kiwi bekannt, ist eine bei Anlegern weithin bekannte Handelswährung. Sein Wert wird im Wesentlichen von der Verfassung der neuseeländischen Wirtschaft und der Geldpolitik der Zentralbank des Landes bestimmt. Daneben gibt es einige Besonderheiten, die den NZD ebenfalls bewegen können. Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beeinflusst den Kiwi in der Regel, da China Neuseelands größter Handelspartner ist. Schlechte Nachrichten für die chinesische Wirtschaft dürften geringere neuseeländische Exporte nach China bedeuten, was die Wirtschaft und damit auch die Währung belastet. Ein weiterer Einflussfaktor sind die Preise für Milchprodukte, da diese Neuseelands wichtigstes Exportgut sind. Hohe Preise für Milchprodukte steigern die Exporteinnahmen und wirken sich positiv auf die Wirtschaft und damit auf den NZD aus.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt an, mittelfristig eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % zu erreichen und zu halten, wobei sie sich am Mittelwert von 2 % orientiert. Dazu legt sie ein angemessenes Zinsniveau fest. Ist die Inflation zu hoch, erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen. Dieser Schritt lässt jedoch auch die Anleiherenditen steigen, wodurch Anlagen in Neuseeland attraktiver werden und der NZD gestützt wird. Umgekehrt schwächen niedrigere Zinsen tendenziell den NZD. Auch die sogenannte Zinsdifferenz, also das tatsächliche oder erwartete Verhältnis zwischen den neuseeländischen Zinsen und den von der US-Notenbank Fed festgelegten Zinsen, kann die Entwicklung des Währungspaars NZD/USD maßgeblich beeinflussen.

Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten aus Neuseeland ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Neuseeland-Dollars (NZD) beeinflussen. Eine starke Wirtschaft mit hohem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und ausgeprägtem Vertrauen wirkt sich positiv auf den NZD aus. Hohes Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und kann die Reserve Bank of New Zealand zu Zinserhöhungen veranlassen, wenn die wirtschaftliche Stärke mit erhöhter Inflation einhergeht. Fallen die Wirtschaftsdaten hingegen schwach aus, dürfte der NZD an Wert verlieren.

Der Neuseeland-Dollar (NZD) wertet tendenziell in Phasen erhöhter Risikobereitschaft auf, also wenn Anleger die allgemeinen Marktrisiken als gering einschätzen und optimistisch auf das Wachstum blicken. Dies führt in der Regel zu günstigeren Aussichten für Rohstoffe und sogenannte „Rohstoffwährungen“ wie den Kiwi. Umgekehrt neigt der NZD in Zeiten von Marktturbulenzen oder wirtschaftlicher Unsicherheit zur Schwäche, da Anleger dann meist risikoreichere Anlagen verkaufen und in stabilere sichere Häfen flüchten.