Silberpreisprognose: XAG/USD fällt angesichts unsicherer Fed-Zinsperspektiven unter 53,50 US-Dollar

  • Silber notiert nahe seinen Jahrestiefs, nachdem die Fed die Zinsen unverändert belassen und nur wenige Hinweise auf ihren künftigen Kurs gegeben hat.
  • Die Fed beließ die Zinsen bei 3,75 %–4,00 % und verwies auf die anhaltende Expansion der gesamtwirtschaftlichen Aktivität.
  • Fed-Chef Warsh bekräftigte das Bekenntnis zum Inflationsziel von 2 % und zur Preisstabilität und betonte, dass die Wirtschaft weiterhin stark sei.

Der Silberpreis (XAG/USD) setzt seine Verluste den zweiten Tag in Folge fort und notiert am Donnerstag während des asiatischen Handels bei rund 53,30 US-Dollar je Feinunze. Silber verharrt nahe seinen Jahrestiefs, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen wie von den Marktteilnehmern weithin erwartet unverändert belassen hat. Das Edelmetall steht weiterhin unter Abwärtsdruck, da die Notenbank nur wenige Hinweise auf den Zeitpunkt und die Richtung ihres nächsten geldpolitischen Schrittes gab.

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Die Federal Reserve beließ die Zinsen bei 3,75 %–4,00 % und stellte fest, dass die Wirtschaftsaktivität weiter zunimmt. In ihrer Erklärung hob die Fed die widerstandsfähige Binnennachfrage, die robusten Investitionen und das starke Produktivitätswachstum hervor. Mit Blick auf ihr Beschäftigungsmandat stellte die Notenbank fest, dass der Stellenzuwachs mit der Entwicklung des Arbeitskräfteangebots Schritt gehalten habe, während sich die Arbeitslosenquote kaum verändert habe.

Bei der Inflation räumte die Fed ein, dass der Preisdruck weiterhin erhöht sei. Dennoch entschied sie sich, weitere Zinserhöhungen auszusetzen, um zusätzliche Daten zu sammeln und den angemessenen geldpolitischen Kurs zu beurteilen. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig aus: Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, stimmten dagegen und sprachen sich für eine sofortige Zinserhöhung aus.

Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte das Bekenntnis des Offenmarktausschusses (FOMC), Preisstabilität zu gewährleisten und das Inflationsziel von 2 % zu erreichen. Er betonte, dass die Wirtschaft in ihrer Grundverfassung weiterhin stark sei. Warsh erläuterte zudem die künftige geldpolitische Sitzungsplanung: Die Fed werde im kommenden Jahr acht Sitzungen abhalten, darunter eine ohne formelle Abstimmung. Für 2028 rechne er mit sechs Sitzungen zur Festlegung der Geldpolitik.

Händler richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die bevorstehende Veröffentlichung des US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), des bevorzugten Inflationsmaßes der Federal Reserve. Sie erhoffen sich davon klarere Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs.

Unterdessen verfolgen die Marktteilnehmer neue diplomatische Initiativen, die eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verhindern sollen. Trotz dieser diplomatischen Bemühungen schüren anhaltend hohe Ölpreise weiterhin Inflationssorgen und verstärken die Erwartung, dass die Zinsen länger hoch bleiben. Dieses Umfeld höherer Finanzierungskosten stellt Silber vor Herausforderungen, da steigende Renditen und anhaltender Zinsdruck in der Regel auf Edelmetallen lasten, die keine laufenden Erträge abwerfen.

Systematische Kapitalströme verlagern sich von Silber zu Basismetallen

Laut TD Securities haben Commodity Trading Advisors (CTAs) im Rahmen ihrer jüngsten systematischen Handelsaktivitäten ihr Engagement innerhalb des Metallsektors angepasst. Die Bank stellte fest, dass „CTAs an den Metallmärkten heute Silber verkaufen und Zink sowie Blei kaufen“. Diese Umschichtung verdeutlicht, wie unterschiedlich sich die aktuellen Positionierungsströme bei Edel- und Basismetallen entwickeln: Anleger reduzieren ihre Silberpositionen und bauen zugleich gezielt Positionen in Industriemetallen wie Zink und Blei auf.

Häufig gestellte Fragen zu Silber

Silber ist ein Edelmetall, das von Anlegern rege gehandelt wird. Historisch wurde es als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel genutzt. Obwohl es weniger beliebt ist als Gold, können Händler auf Silber setzen, um ihr Anlageportfolio zu diversifizieren, von seinem inneren Wert zu profitieren oder sich in Zeiten hoher Inflation potenziell abzusichern. Anleger können physisches Silber in Form von Münzen oder Barren kaufen oder es über Anlageinstrumente wie börsengehandelte Fonds (ETFs) handeln, die seinen Preis an den internationalen Märkten abbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer schweren Rezession können den Silberpreis aufgrund seiner Stellung als sicherer Hafen kräftig steigen lassen, wenn auch in geringerem Maße als den Goldpreis. Da Silber keine laufenden Erträge abwirft, steigt sein Preis tendenziell bei niedrigeren Zinsen. Seine Entwicklung hängt auch vom Verhalten des US-Dollars (USD) ab, da das Edelmetall in Dollar gehandelt wird (XAG/USD). Ein starker Dollar bremst den Silberpreis tendenziell, während ein schwächerer Dollar die Preise eher steigen lässt. Weitere Faktoren wie die Investmentnachfrage, das Minenangebot – Silber kommt deutlich häufiger vor als Gold – und die Recyclingquoten können die Preise ebenfalls beeinflussen.

Silber findet in der Industrie breite Verwendung, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, da es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist – höher als die von Kupfer und Gold. Ein Nachfrageschub kann die Preise steigen lassen, während ein Rückgang sie tendenziell senkt. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA, China und Indien kann zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China verwenden die großen Industriesektoren Silber in verschiedenen Produktionsprozessen. In Indien spielt zudem die Verbrauchernachfrage nach Silberschmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt tendenziell den Bewegungen des Goldpreises. Steigt der Goldpreis, zieht Silber üblicherweise nach, da beide Edelmetalle einen ähnlichen Status als sichere Häfen genießen. Das Gold-Silber-Verhältnis gibt an, wie viele Unzen Silber dem Wert einer Unze Gold entsprechen, und kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle einzuschätzen. Einige Anleger könnten ein hohes Verhältnis als Hinweis darauf werten, dass Silber unterbewertet oder Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.