WTI behauptet Wochengewinne nahe 96 US-Dollar bei anhaltender Risikoprämie auf die Ölpreise

  • Der WTI-Ölpreis hält sich nahe 96,00 US-Dollar im Plus, da die Märkte weiterhin eine Risikoprämie einpreisen.
  • Laut ING könnte die Risikoprämie bei den Ölpreisen abschmelzen, wenn die Öltransporte durch die Straße von Hormus anhalten.
  • Die IEA stimmt der Freigabe der verbleibenden 100 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven zu.

Die an der NYMEX gehandelten Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) behaupten am Freitag im europäischen Handel ihre Wochengewinne nahe 96,00 US-Dollar. Der Ölpreis hat in dieser Woche deutlich zugelegt, da die Finanzmärkte angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten weiterhin eine Risikoprämie einpreisen.

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Marktexperten sind jedoch der Ansicht, dass die in den Ölpreisen enthaltene Risikoprämie allmählich abschmelzen könnte, wenn die Öltransporte durch den Nahen Osten mithilfe des US-Militärs aufrechterhalten werden.

Öltransporte durch die Straße von Hormus bleiben trotz Sicherheitsvorfällen stabil

Analysten der Commerzbank betonen die Widerstandsfähigkeit des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus und weisen darauf hin: „Trotz der Angriffe teilte das US-Zentralkommando (CENTCOM) mit, dass in den vorangegangenen 24 Stunden mehr als 40 Schiffe die Meerenge passiert hätten und die transportierte Ölmenge Berichten zufolge 12 Millionen Barrel pro Tag erreicht habe.“ Dies unterstreicht, dass die wichtigsten Transportrouten für Rohöl trotz erhöhter Sicherheitsbedenken bislang weitgehend ungestört geblieben sind.

Strategen von ING argumentieren: „Je länger diese Zunahme der Transportmengen anhält, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Markt einen Teil dieser Risikoprämie wieder abbaut.“ ING betont jedoch: „Damit sie vollständig verschwindet, braucht es eine Art Abkommen zwischen den USA und dem Iran.“ Eine solche Vereinbarung „würde dem Markt mehr Vertrauen geben, dass die höheren Öltransportmengen aus der Region anhalten werden“.

Die anhaltenden Beschränkungen des iranischen Militärs für Schiffe, die die Straße von Hormus passieren wollen, halten die Sorgen um die Energieversorgung jedoch aufrecht. Laut einem Reuters-Bericht erklärten Schifffahrtsvertreter diese Woche, dass in den vergangenen 24 Stunden ein Containerschiff und ein Massengutfrachter in der Nähe der Straße von Hormus gesunken seien, nachdem sie bei getrennten Vorfällen von Geschossen getroffen worden waren.

Unterdessen hat die Internationale Energieagentur (IEA) nun zugestimmt, „die verbleibenden 100 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben“, wie ING berichtete. Damit wird die ursprünglich als Reaktion auf den Versorgungsengpass am Persischen Golf angekündigte Freigabe abgeschlossen.

Technische Analyse zu WTI

Im Tageschart notiert WTI US Oil bei 96,11 US-Dollar. Der Kontrakt weist kurzfristig weiterhin eine bullische Tendenz auf, da er sich oberhalb des exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitts (EMA) bei 92,29 US-Dollar weiter nach oben bewegt. Dies deutet darauf hin, dass die Käufer nach dem jüngsten Kursanstieg die Kontrolle behalten. Das Momentum bestätigt dieses positive Bild: Der Relative-Stärke-Index (14) liegt bei rund 60 und signalisiert damit eine solide Aufwärtsdynamik, ohne dass bereits ein überkaufter Zustand vorliegt.

Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung am 20-Tage-EMA nahe 92,29 US-Dollar, der den aktuellen Aufwärtstrend stützt und bei einem Rücksetzer die erste Verteidigungslinie bilden würde. Solange WTI über diesem gleitenden Durchschnitt bleibt, spricht die technische Konstellation eher für Käufe bei Rücksetzern als für aggressive Verkäufe. Der aktuelle Kurs von rund 96,11 US-Dollar dient dabei als kurzfristige Orientierungsmarke für die weitere Kursrichtung.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl

WTI-Öl ist eine Rohölsorte, die an internationalen Märkten gehandelt wird. WTI steht für West Texas Intermediate, eine der drei wichtigsten Rohölsorten neben Brent und Dubai Crude. WTI wird aufgrund seiner relativ geringen Dichte und seines niedrigen Schwefelgehalts auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten gefördert und über den Umschlagplatz Cushing verteilt, der als „Pipeline-Kreuzung der Welt“ gilt. WTI dient als Referenz für den Ölmarkt, und sein Preis wird häufig in den Medien genannt.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Einflussfaktoren für den WTI-Ölpreis. So kann das globale Wirtschaftswachstum eine steigende Nachfrage begünstigen, während ein schwaches Wachstum die gegenteilige Wirkung haben kann. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, eines Zusammenschlusses wichtiger erdölfördernder Länder, sind ein weiterer wesentlicher Preisfaktor. Auch der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Ein schwächerer US-Dollar kann Öl somit erschwinglicher machen und umgekehrt.

Die wöchentlichen Berichte zu den Öllagerbeständen des American Petroleum Institute (API) und der US-Energieinformationsbehörde (EIA) beeinflussen den WTI-Ölpreis. Veränderungen der Lagerbestände spiegeln Schwankungen von Angebot und Nachfrage wider. Zeigen die Daten einen Rückgang der Bestände, kann dies auf eine gestiegene Nachfrage hindeuten und den Ölpreis nach oben treiben. Höhere Lagerbestände können auf ein gestiegenes Angebot hinweisen und die Preise unter Druck setzen. Der API-Bericht erscheint jeden Dienstag, der EIA-Bericht am darauffolgenden Tag. Die Ergebnisse fallen in der Regel ähnlich aus: In 75 % der Fälle weichen sie um höchstens 1 % voneinander ab. Die EIA-Daten gelten als verlässlicher, da sie von einer staatlichen Behörde stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist ein Zusammenschluss von 12 erdölfördernden Ländern, die bei ihren zweimal jährlich stattfindenden Treffen gemeinsam Förderquoten für die Mitgliedsländer festlegen. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die WTI-Ölpreise aus. Beschließt die OPEC, die Quoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise steigen lassen. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezeichnet eine erweiterte Gruppe, der zusätzlich zehn Nicht-OPEC-Länder angehören, allen voran Russland.