Das Wichtigste im Überblick
- Das MACD-Histogramm zeigt den Abstand zwischen der MACD-Linie und der Signallinie als Balken oberhalb oder unterhalb der Nulllinie.
- Die Formel für das MACD-Histogramm lautet: MACD-Linie minus Signallinie, wobei die MACD-Standardeinstellungen 12, 26 und 9 verwendet werden.
- Balken oberhalb der Nulllinie bedeuten, dass die MACD-Linie über der Signallinie liegt; Balken darunter bedeuten, dass die MACD-Linie unter ihr liegt.
- Wachsende Balken zeigen ein zunehmendes Momentum an, während schrumpfende Balken auf nachlassendes Momentum hinweisen, häufig bevor die MACD-Linie die Signallinie kreuzt.
- Wenn das Histogramm die Nulllinie nach oben kreuzt, entspricht dies einer bullischen Kreuzung der Signallinie. Dies ist nicht dasselbe wie eine Kreuzung der Nulllinie durch die MACD-Linie.
- Eine Divergenz im MACD-Histogramm warnt vor nachlassendem Momentum. Sie kann jedoch lange anhalten, bevor der Kurs dreht, oder der Kurs dreht möglicherweise überhaupt nicht.
- Auf MT4 und MT5 stellen die Balken im MACD-Fenster die MACD-Linie dar. Der integrierte OsMA-Indikator zeigt dagegen das eigentliche MACD-Histogramm.
Was ist das MACD-Histogramm?
Das MACD-Histogramm zeigt den Abstand zwischen der MACD-Linie und der Signallinie als Balken oberhalb oder unterhalb der Nulllinie. Trader nutzen das MACD-Histogramm, um das Momentum zu messen und eine bevorstehende Kreuzung der Signallinie zu erkennen, bevor sich die beiden Linien tatsächlich kreuzen.
Die Ergänzung des MACD um das Histogramm im Jahr 1986 wird Thomas Aspray zugeschrieben. Aspray wollte Kreuzungen frühzeitig erkennen, da sich die MACD-Linie und die Signallinie oft erst lange nach einer Kurswende kreuzen.
Das MACD-Histogramm beruht auf drei Bestandteilen des MACD.
| Bestandteil | Berechnung | Aussage |
|---|---|---|
| MACD-Linie | 12-Perioden-EMA minus 26-Perioden-EMA | Kurzfristiger Trend im Verhältnis zum längerfristigen Trend |
| Signallinie | 9-Perioden-EMA der MACD-Linie | Eine geglättete MACD-Linie, die zur Erkennung von Kreuzungen dient |
| MACD-Histogramm | MACD-Linie minus Signallinie | Abstand zwischen den beiden Linien und damit zunehmendes oder nachlassendes Momentum |

Jeder Histogrammbalken ergibt sich aus einer einfachen Subtraktion. Um die Balken zu interpretieren, muss man daher zunächst verstehen, wie die MACD-Linie und die Signallinie berechnet werden.
Wie wird das MACD-Histogramm berechnet?
Das MACD-Histogramm wird berechnet, indem die Signallinie von der MACD-Linie abgezogen wird. Daher müssen zunächst beide Linien ermittelt werden. Die MACD-Linie ergibt sich aus zwei exponentiell gleitenden Durchschnitten (EMAs) des Kurses, die jüngere Kurse stärker gewichten. Die Signallinie ist wiederum ein gleitender Durchschnitt der MACD-Linie.
Formel für das MACD-Histogramm
Die Formel für das MACD-Histogramm lautet: MACD-Linie minus Signallinie. Die vollständige Berechnung erfolgt in drei Schritten.
- MACD-Linie = 12-Perioden-EMA − 26-Perioden-EMA
- Signallinie = 9-Perioden-EMA der MACD-Linie
- MACD-Histogramm = MACD-Linie − Signallinie
Die Zahlen 12, 26 und 9 sind die MACD-Standardeinstellungen und werden in diesem Leitfaden durchgehend verwendet. Eine Periode entspricht einer Kerze. Auf einem Tageschart bildet der 12-Perioden-EMA somit den Durchschnitt der letzten 12 Tagesschlusskurse, wobei die jüngsten stärker gewichtet werden.
Da das Histogramm aus einer Subtraktion hervorgeht, ist es positiv, wenn die MACD-Linie über der Signallinie liegt, und negativ, wenn die MACD-Linie unter der Signallinie liegt.
Berechnungsbeispiel für das MACD-Histogramm
Ein Berechnungsbeispiel mit drei Balken zeigt, wie das MACD-Histogramm zunächst wächst und dann schrumpft, während die MACD-Linie über der Signallinie bleibt.
| Balken | 12-Perioden-EMA | 26-Perioden-EMA | MACD-Linie | Signallinie | Histogramm |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 105,0 | 103,0 | 2,0 | 1,5 | 0,5 |
| 2 | 105,8 | 103,2 | 2,6 | 1,8 | 0,8 |
| 3 | 105,9 | 103,4 | 2,5 | 2,1 | 0,4 |
Nur zur Veranschaulichung. Fiktive, gerundete Zahlen, keine realen Marktdaten.
Bei Balken 2 entfernt sich die MACD-Linie weiter von der Signallinie. Dadurch steigt das Histogramm von 0,5 auf 0,8, und das Momentum nimmt zu. Bei Balken 3 holt die Signallinie auf, sodass das Histogramm auf 0,4 schrumpft.
Der 12-Perioden-EMA liegt bei Balken 3 weiterhin auf dem höchsten Niveau der drei Balken, der Kurs steigt also noch. Das Histogramm schrumpft dennoch, weil sich die MACD-Linie nicht mehr weiter von der Signallinie entfernt. In der Praxis bedeutet nachlassendes Momentum, dass ein Aufwärtstrend an Schwung verliert, während der Kurs durchaus noch weiter steigen kann.

Warum das MACD-Histogramm vier Berechnungsschritte vom Kurs entfernt ist
Das MACD-Histogramm ist vier Berechnungsschritte vom Kurs entfernt, da jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut.
- Aus dem Kurs werden ein 12-Perioden-EMA und ein 26-Perioden-EMA berechnet.
- Aus den beiden EMAs wird die MACD-Linie berechnet.
- Aus der MACD-Linie wird die Signallinie berechnet.
- Aus dem Abstand zwischen der MACD-Linie und der Signallinie entsteht das Histogramm.
Jeder Schritt glättet die Daten etwas stärker. Deshalb reagiert das MACD-Histogramm erst, nachdem sich der Kurs bewegt hat, und sagt den Kurs nicht voraus.
So lesen Sie das MACD-Histogramm
Achten Sie beim Lesen des MACD-Histogramms darauf, auf welcher Seite der Nulllinie die Balken liegen und ob sie wachsen oder schrumpfen. Die Lage zur Nulllinie zeigt, welche Linie oben liegt, und die Balkengröße zeigt, ob das Momentum zunimmt oder nachlässt. Aus Lage und Größe ergeben sich vier Zustände.
| Histogrammbalken | Verhalten der Linien | Mögliche Aussage |
|---|---|---|
| Wachsend oberhalb der Nulllinie | MACD-Linie liegt über der Signallinie und entfernt sich von ihr | Aufwärtsmomentum nimmt zu |
| Schrumpfend oberhalb der Nulllinie | MACD-Linie liegt über der Signallinie, nähert sich ihr aber an | Aufwärtsmomentum lässt nach; eine bärische Kreuzung der Signallinie könnte folgen |
| Wachsend unterhalb der Nulllinie | MACD-Linie liegt unter der Signallinie und entfernt sich von ihr | Abwärtsmomentum nimmt zu |
| Schrumpfend unterhalb der Nulllinie | MACD-Linie liegt unter der Signallinie, nähert sich ihr aber an | Abwärtsmomentum lässt nach; eine bullische Kreuzung der Signallinie könnte folgen |

Positive und negative Histogrammbalken
Positive MACD-Histogrammbalken liegen oberhalb der Nulllinie und bedeuten, dass die MACD-Linie über der Signallinie liegt. Dies deutet auf Aufwärtsmomentum hin. Negative MACD-Histogrammbalken liegen unterhalb der Nulllinie und bedeuten, dass die MACD-Linie unter der Signallinie liegt. Dies deutet auf Abwärtsmomentum hin.
Die Lage zur Nulllinie beschreibt lediglich das Verhältnis der beiden Linien zueinander. Ein negatives Histogramm bedeutet nicht, dass der Kurs fällt oder unter einem bestimmten Niveau im Chart liegt. Der Kurs kann weiterhin steigen, während sich die Balken unterhalb der Nulllinie befinden.
Wachsende und schrumpfende Histogrammbalken
Wachsende MACD-Histogrammbalken bedeuten, dass sich die MACD-Linie und die Signallinie voneinander entfernen. Das Momentum nimmt also in Richtung der Balken zu. Schrumpfende Histogrammbalken bedeuten, dass sich die beiden Linien annähern. Das Momentum lässt somit nach, und häufig folgt eine Kreuzung der Signallinie.
Schrumpfende Balken bedeuten nicht, dass sich der Trend umgekehrt hat. Der Kurs kann über mehrere Balken hinweg weiter steigen, während das Histogramm schrumpft. Denn schrumpfende Balken zeigen lediglich, dass sich die MACD-Linie nicht mehr weiter von der Signallinie entfernt.
Viele Plattformen färben Histogrammbalken grün und rot. Manche ändern die Farbe jedoch auch, sobald die Balken zu schrumpfen beginnen. Prüfen Sie daher, was die einzelnen Farben in Ihrem Chart bedeuten.
Hoch- und Tiefpunkte im Histogramm
Ein Hochpunkt im Histogramm ist der höchste Balken oberhalb der Nulllinie, bevor die Balken zu schrumpfen beginnen. Ein Tiefpunkt ist der tiefste Balken unterhalb der Nulllinie, bevor die Balken zu schrumpfen beginnen. Ein Hoch- oder Tiefpunkt zeigt eine Wende im Momentum an, bevor sich die MACD-Linie und die Signallinie tatsächlich kreuzen.
Hoch- und Tiefpunkte liefern frühere Warnsignale als eine Kreuzung der Signallinie, weil die Balken bereits schrumpfen, während die beiden Linien noch auseinanderliegen. Genau diese frühzeitige Anzeige ist auch der Grund dafür, dass Hoch- und Tiefpunkte häufiger Fehlsignale liefern: Gewinnt der Trend wieder an Schwung, können erneut größere Balken auftreten.
Wenn die Balken bis zur Nulllinie schrumpfen, kreuzen sich die MACD-Linie und die Signallinie.
Was bedeutet es, wenn das MACD-Histogramm die Nulllinie nach oben kreuzt?
Wenn das MACD-Histogramm die Nulllinie nach oben kreuzt, hat die MACD-Linie gerade die Signallinie nach oben gekreuzt. Dies ist eine bullische Kreuzung der Signallinie. Wenn das MACD-Histogramm die Nulllinie nach unten kreuzt, hat die MACD-Linie die Signallinie nach unten gekreuzt. Dies ist eine bärische Kreuzung der Signallinie. In dem Moment, in dem sich die beiden Linien treffen, beträgt das Histogramm genau null, da es den Abstand zwischen ihnen abbildet.
Eine Kreuzung der Nulllinie durch das Histogramm ist nicht dasselbe wie eine Kreuzung der Nulllinie durch die MACD-Linie. Bei einer MACD-Nulllinienkreuzung kreuzt die MACD-Linie selbst die Nulllinie, weil der 12-Perioden-EMA über den 26-Perioden-EMA gestiegen oder unter ihn gefallen ist. Wer diese beiden Kreuzungen verwechselt, interpretiert ein kurzfristiges Momentumsignal als ein langsamer reagierendes Trendsignal.
| Ereignis | Was kreuzt was? | Bedeutung |
|---|---|---|
| Histogramm kreuzt die Nulllinie nach oben | MACD-Linie kreuzt die Signallinie nach oben | Bullische Kreuzung der Signallinie; kurzfristiges Momentum dreht nach oben |
| MACD-Nulllinienkreuzung | MACD-Linie kreuzt die Nulllinie nach oben | 12-Perioden-EMA ist über den 26-Perioden-EMA gestiegen; ein langsamer reagierendes Trendsignal |
Eine Kreuzung der Nulllinie nach oben durch das Histogramm ist ein Momentumsignal. Der Kurs kann danach dennoch fallen. Da die Kreuzung der Signallinie auf Durchschnitten von Durchschnitten beruht, erfolgt sie häufig erst, wenn ein großer Teil der Bewegung bereits stattgefunden hat.

Kreuzungen treten spät auf. Deshalb achten viele Trader beim Histogramm auch auf Divergenzen.
Arten von Divergenzen im MACD-Histogramm
Eine Divergenz im MACD-Histogramm liegt vor, wenn sich Kurs und Histogramm in entgegengesetzte Richtungen bewegen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Momentum hinter dem Trend nachlässt. Es gibt vier Arten von Divergenzen im MACD-Histogramm.
| Art | Kurs | Histogramm | Mögliches Warnsignal |
|---|---|---|---|
| Bullische Divergenz | Tieferes Tief | Höheres Tief | Nachlassendes Verkaufsmomentum, mögliche Aufwärtsbewegung |
| Bärische Divergenz | Höheres Hoch | Tieferes Hoch | Nachlassendes Kaufmomentum, mögliche Abwärtsbewegung |
| Versteckte bullische Divergenz | Höheres Tief | Tieferes Tief | Aufwärtstrend könnte sich fortsetzen |
| Versteckte bärische Divergenz | Tieferes Hoch | Höheres Hoch | Abwärtstrend könnte sich fortsetzen |

Bullische Divergenz im MACD-Histogramm
Eine bullische Divergenz im MACD-Histogramm entsteht, wenn der Kurs ein tieferes Tief bildet, während das Histogramm ein höheres Tief ausbildet. Der Kurs fällt weiter, doch der zweite Tiefpunkt im Histogramm ist weniger ausgeprägt als der erste. Das Verkaufsmomentum lässt somit nach.
Eine bullische Divergenz deutet darauf hin, dass der Kurs nach oben drehen könnte. Sie ist jedoch niemals eine Garantie. In einem starken Abwärtstrend kann der Kurs weiterhin tiefere Tiefs bilden, während das Histogramm immer höhere Tiefs ausbildet.
Bärische Divergenz im MACD-Histogramm
Eine bärische Divergenz im MACD-Histogramm entsteht, wenn der Kurs ein höheres Hoch bildet, während das Histogramm ein tieferes Hoch ausbildet. Der Kurs steigt weiter, doch der zweite Hochpunkt im Histogramm ist niedriger als der erste. Das Kaufmomentum lässt somit nach.
Eine bärische Divergenz deutet darauf hin, dass der Kurs nach unten drehen könnte. Auch sie ist niemals eine Garantie. In einem starken Aufwärtstrend kann der Kurs weiterhin höhere Hochs bilden, während das Histogramm immer tiefere Hochs ausbildet.
Versteckte Divergenz im MACD-Histogramm
Eine versteckte bullische Divergenz im MACD-Histogramm entsteht, wenn der Kurs ein höheres Tief bildet, während das Histogramm ein tieferes Tief ausbildet. Dies kann auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeuten. Eine versteckte bärische Divergenz entsteht, wenn der Kurs ein tieferes Hoch bildet, während das Histogramm ein höheres Hoch ausbildet. Dies kann auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hindeuten.
Eine reguläre Divergenz signalisiert eine mögliche Trendumkehr, eine versteckte Divergenz dagegen eine mögliche Trendfortsetzung. Versteckte Divergenzen treten üblicherweise während eines Rücksetzers auf, wenn das Histogramm tiefer fällt als zuvor, der Kurs aber über seinem letzten Tief bleibt.

Hoch-/Tiefpunktdivergenz und Neigungsdivergenz im MACD-Histogramm
Bei einer Hoch-/Tiefpunktdivergenz weist das MACD-Histogramm zwei deutliche Hochpunkte oder zwei deutliche Tiefpunkte auf, wobei der zweite jeweils weniger ausgeprägt ist als der erste. Bei einer Neigungsdivergenz gibt es keinen klaren zweiten Hoch- oder Tiefpunkt. Stattdessen nähern sich die Balken stetig der Nulllinie, während sich der Kurs weiter in dieselbe Richtung bewegt. Beide Formen zeigen, dass sich die MACD-Linie der Signallinie annähert.
Divergenzen, die sich über einige Wochen entwickeln, sind im Allgemeinen zuverlässiger als kurze, schwach ausgeprägte Divergenzen, die innerhalb weniger Tage entstehen.
Bevor sie aufgrund einer Divergenz im MACD-Histogramm handeln, warten viele Trader auf eine Bestätigung, etwa eine Kreuzung der Signallinie oder einen Schlusskurs jenseits eines jüngsten Hochs oder Tiefs.
Signale des MACD-Histogramms in Trend- und Seitwärtsmärkten
Signale des MACD-Histogramms sind in einem Trendmarkt tendenziell nützlicher und in einem Seitwärtsmarkt deutlich weniger zuverlässig. In einem Trendmarkt haben Signale in Trendrichtung mehr Gewicht. Beispielsweise kommt es in einem Aufwärtstrend häufig über einige Balken hinweg zu einem Kursrücksetzer, während dessen das Histogramm unter die Nulllinie fällt. Wenn diese Balken zu schrumpfen beginnen, lässt das Verkaufsmomentum des Rücksetzers nach, was mit der Richtung des übergeordneten Aufwärtstrends im Einklang steht.
In einem Seitwärtsmarkt bewegt sich der Kurs zwischen einem Hoch und einem Tief seitwärts. Dabei wechselt das Histogramm immer wieder über und unter die Nulllinie. Jeder Wechsel entspricht einer Kreuzung der Signallinie, auf die häufig keine nachhaltige Bewegung folgt. Auch Signale, die sehr nahe an der Nulllinie auftreten, sind schwächer, da die MACD-Linie und die Signallinie kaum auseinanderliegen.
Viele Trader verwenden einen gleitenden Durchschnitt, etwa den gleitenden 200-Perioden-Durchschnitt, als einfachen Trendfilter. Liegt der Kurs über dem gleitenden 200-Perioden-Durchschnitt, gewichten diese Trader bullische Histogrammsignale stärker. Liegt der Kurs darunter, messen sie bärischen Histogrammsignalen mehr Gewicht bei.

Das Verhalten in Trend- und Seitwärtsphasen bildet die Grundlage der meisten Strategien mit dem MACD-Histogramm.
Strategie mit dem MACD-Histogramm
Die meisten Strategien mit dem MACD-Histogramm beruhen auf drei Setups.
- Ein Trendrücksetzer-Setup achtet darauf, dass sich die Histogrammbalken während eines Rücksetzers innerhalb eines Trends wieder zur Nulllinie hin bewegen.
- Ein Divergenz-Setup nutzt eine bullische oder bärische Divergenz und eine Kreuzung der Signallinie als Bestätigung.
- Ein Ausbruchs-Setup sucht nach einem flachen Histogramm nahe der Nulllinie, während sich der Kurs nahe einer Unterstützung oder einem Widerstand befindet. Darauf folgt ein Ausbruch, wenn die Balken wieder zu wachsen beginnen.
Jedes Setup mit dem MACD-Histogramm benötigt eigene Regeln für Einstieg, Stop-Loss und Ausstieg, und jedes Setup versagt unter bestimmten Marktbedingungen. Die vollständigen Regeln, durchgerechnete Beispiele und Möglichkeiten, den MACD mit anderen Indikatoren zu kombinieren, finden Sie im Leitfaden zur MACD-Tradingstrategie.
Grenzen des MACD-Histogramms
Das MACD-Histogramm hat fünf wesentliche Einschränkungen, die sich auf jedes seiner Signale auswirken.
- Das MACD-Histogramm läuft dem Kurs hinterher, da es auf gleitenden Durchschnitten beruht. Es reagiert daher erst nach einer Kursbewegung und sagt den Kurs niemals voraus.
- Das Histogramm liefert in einem Seitwärtsmarkt Fehlsignale, wenn die Balken ohne zugrunde liegenden Trend um die Nulllinie wechseln.
- Eine Divergenz im MACD-Histogramm kann lange anhalten, bevor der Kurs dreht. Manchmal dreht der Kurs überhaupt nicht.
- Das Histogramm hat keine festen überkauften oder überverkauften Niveaus wie der Relative-Stärke-Index (RSI), da die Histogrammwerte vom Kursniveau des jeweiligen Marktes abhängen.
- Das Histogramm reicht als alleinige Entscheidungsgrundlage nicht aus. Daher bestätigen Trader Histogrammsignale anhand des Kurses oder eines anderen Hilfsmittels und verwenden einen Stop-Loss, um den Verlust bei einem Fehlsignal zu begrenzen. Ein Stop-Loss ist eine Order, die einen Trade zu einem festgelegten Kurs schließt.
Eine weitere praktische Stolperfalle gibt es bei MetaTrader: Dort zeigt das standardmäßige MACD-Fenster das Histogramm gar nicht an.
MACD-Histogramm auf MT4 und MT5
Auf MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5) zeigt das MACD-Fenster die MACD-Linie als Balken an. Das eigentliche MACD-Histogramm wird dagegen vom Indikator Moving Average of Oscillator (OsMA) dargestellt. Laut den MetaQuotes-Hilfeseiten beider Plattformen wird die Signallinie im MACD-Fenster als gepunkteter einfacher gleitender 9-Perioden-Durchschnitt (SMA) der MACD-Linie statt als üblicher EMA dargestellt.
OsMA ist auf beiden Plattformen unter „Einfügen“, „Indikatoren“, „Oszillatoren“ integriert. Die Schritte zum Hinzufügen des MACD finden Sie im Leitfaden zur MACD-Tradingstrategie. OsMA stellt die MACD-Linie minus Signallinie dar, also das in diesem Leitfaden erläuterte Histogramm. Bei einer Überprüfung auf EUR/USD-Charts in MT4 und MT5 am 3. November 2026 entsprach der OsMA-Wert auf beiden Plattformen der MACD-Linie minus Signallinie. Wenn Sie MACD und OsMA zum selben Chart hinzufügen, werden alle in diesem Leitfaden beschriebenen Linien angezeigt. Da MetaTrader einen SMA für die Signallinie verwendet, weichen die Signallinien- und OsMA-Werte in MetaTrader leicht von denen auf Plattformen ab, die einen EMA verwenden.
| Merkmal | Die meisten Chartplattformen | Standard-MACD auf MT4 und MT5 |
|---|---|---|
| Was die Balken zeigen | MACD-Linie minus Signallinie (Histogramm) | Die MACD-Linie selbst |
| Durchschnitt für die Signallinie | 9-Perioden-EMA | 9-Perioden-SMA, gepunktete Linie |
| Wo das eigentliche Histogramm zu sehen ist | Im MACD-Fenster | Indikator Moving Average of Oscillator (OsMA) hinzufügen |

Häufig gestellte Fragen
Ist das MACD-Histogramm dasselbe wie das Handelsvolumen?
Nein, das MACD-Histogramm ist nicht das Handelsvolumen. Das MACD-Histogramm zeigt den Abstand zwischen der MACD-Linie und der Signallinie. Das Volumen zeigt dagegen, wie viel in einem Markt innerhalb einer Periode gehandelt wurde. Einsteiger verwechseln beides, da sowohl das Histogramm als auch das Volumen als Balken unter dem Kurschart dargestellt werden.
Was ist der Unterschied zwischen dem MACD-Histogramm und der MACD-Linie?
Die MACD-Linie ergibt sich aus dem 12-Perioden-EMA minus dem 26-Perioden-EMA. Das MACD-Histogramm ergibt sich dagegen aus der MACD-Linie minus der Signallinie.
Ist das MACD-Histogramm ein vorlaufender oder ein nachlaufender Indikator?
Das MACD-Histogramm ist ein nachlaufender Indikator, da es auf gleitenden Durchschnitten vergangener Kurse beruht. Das Histogramm dreht häufig vor einer Kreuzung der Signallinie. Dennoch tritt jedes Histogrammsignal erst auf, nachdem sich der Kurs bereits bewegt hat.
Welche Einstellungen sind für das MACD-Histogramm am besten?
Die Standardeinstellungen für das MACD-Histogramm sind 12, 26 und 9. Es gibt keine einzelne Einstellung, die für jeden Markt und jede Zeiteinheit am besten geeignet ist. Schnellere Einstellungen lassen das Histogramm früher reagieren, liefern aber mehr Fehlsignale. Langsamere Einstellungen erzeugen weniger Signale, die dafür später eintreffen. Der Leitfaden zur MACD-Tradingstrategie geht ausführlicher auf weitere Einstellungen ein.



















